12.07.15
Protest gegen Stellenreduzierung

Augustinerschule und Burggymnasium organisieren gemeinsame Aktion

Angeregt durch die sich aufgrund der Sparmaßnahmen der schwarz-grünen Landesregierung verschlechternden Arbeitsbedingungen an hessischen Schulen kamen die Lehrerinnen und Lehrer des Burggymnasiums am 23.6. zu einer Dienstversammlung zusammen.

Die Personalratsvorsitzende, Frau Hannelore Salzmann-Waas, und Schulleiter Dr. Lothar Korger informierten über die gefassten Beschlüsse und ihre Auswirkungen für das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler.

Schon seit 2004 ist die wöchentliche Arbeitszeit für Beamten mit 42 Stunden höher als in allen anderen Bundesländern. Mit den aktuellen Regelungen zur Besoldung werden die hiesigen Landesbeamten zusätzlich benachteilt. Da Hessen den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder nicht mehr übernimmt, legt das Land nun willkürlich fest, ob es zu Einkommenserhöhungen kommt. Für 2015 hat die Landesregierung daher ungeachtet der Tarifabschlüsse für Angestellte im öffentlichen Dienst eine Nullrunde für die Beamten beschlossen. In Verbindung mit den erschlechterten Beihilfeleistungen im Krankheitsfall bedeutet dies schon unabhängig von der Inflationsrate eine Einkommenssenkung. Für die nächsten Jahre wurden zudem Einkommenssteigerungen von jeweils nur einem Prozent festgelegt. Das umstrittene Streikverbot erleichtert es der Landesregierung, solche Maßnahmen durchzusetzen.

Kann man als Lehrerin oder Lehrer nicht immer auf großes Mitgefühl hoffen, so ist zu berücksichtigen, dass die Regelungen für alle Beamten und alle Gehaltsstufen gelten.

Darüber hinaus beschränken sich die Einsparungen nicht auf die Einkommen der bereits Beschäftigen.

So sollen zum Beispiel, um die Pläne zur Ausweitung der Ganztagsbetreuung an den Grundschulen und die Inklusion zu finanzieren, an den Oberstufen 300 Lehrerstellen eingespart werden. Als reines Oberstufengymnasium ist das Burggymnasium von der schlechter werdenden Lehrerversorgung in besonderem Maße betroffen, da die Kürzungen zunächst in der Einführungsphase geplant sind. Konkret bedeutet das einen Wegfall von bis zu fünf Lehrerstellen, der im kommenden Schuljahr beginnt. Auch alle anderen Gymnasien werden die schlechtere Versorgung zu spüren bekommen. Größere Lerngruppen und ein kleineres Kursangebot werden die Folge sein. Vermutlich können einige Leistungskurse dann nicht mehr angeboten werden, beim Burggymnasium zum Beispiel Physik, Musik, Französisch und Geschichte. Das schränkt die Wahlfreiheit der Schülerinnen und Schüler enorm ein.

Das Kollegium des Burggymnasiums sprach sich deutlich dafür aus, die Ablehnung der Pläne der Landesregierung auch für die Friedberger Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Über die Personalräte wurden Lehrer und Eltern anderer betroffener Schulen kontaktiert. Das Resultat ist eine vom Burggymnasium und der Augustinerschule organisierte Protestaktion am Samstag, den 18. Juli 2015, ab 10:30 Uhr auf dem Europaplatz in Friedberg. Auch die Personalräte der Bad Nauheimer Schulen St. Lioba und Ernst-Ludwig-Schule rufen zur Teilnahme auf.