20.05.10
Physik in der Aeronauten-Werkstatt










Schülerinnen und Schüler des Burggymnasiums Friedberg bauen Wasserraketenwagen

Der Traum der Menschheit nach immer höheren Geschwindigkeiten führte seit etwa hundert Jahren zur Entwicklung von Raketenwagen und motivierte einen Physikkurs des Burggymnasiums in diesen Tagen zu einer Exkursion in die Aeronauten-Werkstatt in Frankfurt. Till Hergenhahn als Vorsitzender des Vereins Umwelt-Exploratorium begrüßte die Klasse 11.5 mit ihrem Physiklehrer Michael Sach in einem umgebauten Hangar des alten Flugplatzes in Bonames/Kalbach. Nach einem kurzen Referat Hergenhahns über die Geschichte der Raketenwagentechnik begann der Workshop. Mit Geschick bauten die Schülerinnen und Schüler aus haushaltsüblichen Kunststoffflaschen und weiteren Alltagsmaterialien wie Holz, Pappe, Trinkhalmen und Unterlegscheiben auch ästhetisch ansprechende Raketenwagen. Der Antrieb der Modelle funktioniert wie bei allen Raketen über das Rückstoßprinzip. Hoher Luftdruck in der Flasche sorgt beim Start für eine hohe Austrittsgeschwindigkeit des Wassers, die den Wagen in entgegengesetzter Richtung beinahe explosionsartig beschleunigt. Je nach Verhältnis der verdichteten Luft zur getankten Wassermasse fuhren die selbstgebauten Wagen zum Teil noch an die hundert Meter auf dem alten Flughafengelände. Ehrgeizig und hoch motiviert entwickelten die Schüler die Baisaufbauten weiter und experimentierten mit dreifachen Wassertanks. Über die guten Erfahrungen bei dieser Exkursion freut sich auch der Schulleiter des Burggymnasium, Dr. Lothar Korger: „Es ist gut, dass im Physikunterricht Themen wie die Impulserhaltung und Aerodynamik ausgehend von eigenen Erfahrungen handlungsorientiert an Experimenten mit Spaß und Verstand gelernt werden.“ Die motivierende Wirkung außerunterrichtlicher Lehrformen bestätigten auch angehende Physiklehrerinnen und –lehrern aus dem Hochtaunus- und Wetterauskreis, die im Studienseminar für Gymnasien in Oberursel von Michael Sach physikdidaktisch ausgebildet werden und die Klasse des Burggymnasiums bei dieser spannenden Veranstaltung begleiteten. Die Exkursion wurde finanziell unterstützt von fobinet, dem Fortbildungsnetzwerk der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Heraeus-Stiftung.