29.03.10
Abitur 2010: Glückwunschkarten auf Bettlaken









Burggymnasium in fester Hand der Schreiber und Denker

Sie künden schon von weitem. Die in allerlei Farben getünchten Bettlaken, die die Mauern des Burggymnasiums in diesen Tagen schmücken. Wie übergroße Glückwunschkarten drücken sie den Schülern Daumen für ihr Abitur.

Doch auch die anderen Schüler, die noch ein wenig Zeit haben bis zu ihrem Auftritt, gehen nicht achtlos vorbei. Sie stehen vor den großen Bildtafeln und sehen ihre Namen hier schon stehen. Schulsprecherin Lena, jetzt noch in der 12. Klasse, geht auch entlang. „Vergangenes Jahr habe ich mir alle angesehen“, erzählt sie. „Und dieses Jahr bin ich wieder dabei“.

Die Verfasser jener ausgerollten Bettlaken beweisen Fantasie. „Franzi goes Abi“ heißt es da etwa in rot-blauer Schrift. Zwar erwartet Englischlehrer Thomas Berlenbach von seinen Schülern auch mal Sätze mit mehr als 3 Wörtern, dennoch findet sich jener Satz in keinem Englischlehrbuch. Doch darum geht es wohl auch nicht. Neulich gingen stauende Besucher durch die Anlage des Burghofes. Vermutlich aus einer fremden Stadt, schauten sie sich die buntgemalten Laken an, schütteln etwas den Kopf, verrenkten ihn aber auch mal, um schräg geschriebene Botschaften entziffern. Doch was sollten sie anfangen mit jenem Laken, auf dem stand: „Rebecca –zum Endspurt viel Glück“ Ob es um eine Reiterin bei einem Pferderennen ging? Schließlich unterzeichnete als Absender ein gewisser „Hotti“.

„Martin, mein King, du machst das Ding“ lässt auf einen besonders Coup schließen. Unterschrieben von „Hasi“. Das hilft nicht unbedingt weiter. Wobei die Botschaft „Ich schick dir tausend Sonnenstrahlen“ das hiesige Wetter eher verkennt.

Die neugierigen Besucher packten ihren Regenschirm aus. Es tröpfelte. Auch auf die Botschaft „Flori, du schaffst das sowieso“. Ein andere macht Mut: „„Wir glauben an dich“, heißt es da. Mut machen übrigens Mani, Babsy und Perlin. Nur wer ist Perlin? Schulleiter Dr. Lothar Korger kennt ihn bestimmt. Vielleicht stammt ein Bettlaken auch von ihm. Vielleicht das da, das den Torbogen ziert und auf dem steht: „Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen, trotzdem drücken wir dir die Daumen“. Eine hoch philosophische Angelegenheit, zu der Schulleiter Korger vielleicht selbsts die Farbstifte gezückt hat. Zuzutrauen wäre es ihm allemal.

Zwischenzeitlich hat Schulsprecherin Lena ihren Rundgang beendet. Vielleicht denkt sie gerade daran, welche Botschaft für sie geschrieben sein wird. Eine Botschaft, die dann vielleicht auf einer Fahne aufgemalt am Adolfsturm flattert. Dem fehlt in diesem Jahr die Spitze. Die müsste dann noch gerichtet werden.