Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht nahmen die 24 Schüler der 11. Klasse des Burggymnasiums den Scheck entgegen. 1.500 Euro stand da in steiler Schrift. 1.500 Euro hieß die Siegesprämie für die stolzen Schüler. Sie hatten den diesjährigen Wettbewerb der Bundeszentrale für poltische Bildung gewonnen. Dieses Mal stand er unter dem Motto ?Politische Bildung?. Der Wettbewerb zählt zu den größten und wichtigsten in Deutschland.
Ihr Thema wählten die Schüler aus. Sie wollten alles über die ?Occuoy-Bewegung? wissen. Das erfreute die Jury. Sie bestand aus Fachlehrkräften und Mitarbeitern einiger Kultusministerien. Einige Kategorien standen zur Auswahl. Die Schüler des Burggymnasiums entschieden sich für die Kategorie ?Politik Aktuell?. Und dann ging es los. In kürzester Zeit arbeiteten sie an einer Wandzeitung. Das Besondere: Die Schüler waren alleine verantwortlich für ihr Thema. Und so organisierten, fotografierten, schrieben und planten die Schüler, was sie für wichtig hielten. Ihre Lehrerin Silvia Adams hörte mehr zu. Und drückte die Daumen.
Zwei Schüler übernahmen die Rolle von ihr. Sie leiteten das Projekt und organisierten als Höhepunkt eine Reise nach Frankfurt zu den Anhängern der Occupy-Bewegung. Die Schüler hatten tausend Fragen und wussten am Ende ziemlich genau, was diese Menschen dazu treibt, auf die Straße zu gehen und in Zelten zu campieren.
?Wir sind normale Menschen? sagen die Anhänger von Occupy von sich. Doch sie sind besorgt und wütend. Sie beklagen korrupte Politiker und Banker, die dubiose Geschäfte machen. Was die Schüler noch herausfanden: Anhänger der Occupy-Bewegung halten nicht viel von unserer Regierung und unserem Wirtschaftssystem, nur wenige, so meinen sie, profitierten davon, die meisten stürze es in Armut. Die Anhänger der Occupy-Bewegung fordern daher Gleichheit und Fortschritt, an dem jeder teilhaben sollte. Alle fühlten sich miteinander verbunden, ob in Frankfurt , in anderen großen Städten Europas oder in der Wall-Street in New York.
Zurück aus Frankfurt, ging die Arbeit weiter. Die Schüler teilten sich in Kleingruppenauf, um alle Themengebiete schnell zu bearbeiten. In den Politikstunden von Lehrerin Silvia Adams diskutierten sie alles, schrieben die Texte und suchten Fotos aus. In den Kunststunden gestalteten sie dann die große Wandzeitung. Auf ihr hielten sie ihre Ergebnisse fest.
Nach 12 Wochen mit insgesamt 12 Stunden harter Arbeit, reichten dann die Schüler im Herbst 2011 ihr Projekt ein. Und vor ein paar Tagen erreichte sie die glückliche Nachricht. Sie hatten den Wettbewerb gewonnen.
Gefragt, was die Schüler mit der gewonnen Geldsumme machen wollen, so überlegten sie das Geld in einen Ausflug oder ein kleines Fest zu investieren. Bisher steht noch nichts fest. Lehrerin Adams ist tief beeindruckt und lobte die ?selbstständige, tolle Arbeit? ihrer Schüler. Alle sind sehr stolz auf sich, immerhin setzten sich ihre Schüler gegen 2500 Teilnehmer durch.?
Anna-Elena Lang
Presse AG, April 2012
