26.11.09
Eine Woche Theater
Szenen werden entwickelt
Probenarbeit
Musikerinnen

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Der Englisch-LK der 12. Jahrgangsstufe am Burggymnasium inszeniert Shakespeares „Romeo und Julia“

Es fühlt sich großartig an, etwas „geschafft“ zu haben. Der Applaus, von anderen anerkannt zu werden, fühlt sich gut an, geht auch ein Stück ans Herz. Rund 100 Schüler des Burggymnasiums hält es nicht mehr auf ihren Plätzen, sie stehen auf, recken die Hände in die Höhe und klatschen dann ihren Mitschülern auf der Bühne zu. Die Schüler des Englisch-Leistungskurses der 12. Jahrgangsstufe von Tutorin Sabine Hatt blicken überglücklich, denn ihnen gilt der Beifall. Sie haben das Stück „Romeo und Julia“ von Shakesspeare aufgeführt. Glückliches Lachen, Jubelrufe – dabei war überhaupt nicht klar, ob sie es überhaupt schaffen würden. Denn es blieb nur eine Woche Zeit vom Proben bis zur Aufführung. Das hat seinen Grund.

Während die 13er Klassen im Herbst als Abschluss ihrer Schullaufbahn in ferne Länder reisen (diesem Mal sogar nach Tunesien), bleiben die 12er zu Hause. Das ist nicht weiter tragisch, denn sie gehen auf auch auf Reisen, besuchen Ausstellungen, erkunden historische Stätten oder schauen sich auf Bauernhöfen an, wie ökologisch Lebensmittel gewonnen werden.

Tutorin Sabine Hatt ist vielleicht Shakespeare Fan. Und so wundert es nicht, dass sie ihren Leistungskurs Englisch schnell davon überzeugte, ein Stück von ihm aufzuführen. Doch nicht nur das. Die Schüler sollten sich auch besser kennenlernen und selbst Regie führen. Fragen und Ideen standen schnell an der Tafel. Wie können wir die einzelnen Szene darstellen? Wer übernimmt welche Rolle und wie sollen wir uns den ganzen Text überhaupt merken? Um all diese Fragen zu beantworten, blieben dem Kurs nur mickrige fünf Tage Zeit.

Am Sonntag vor der Projektwoche wollten die Schüler erst sehen, wie es die Profis machen und schauten sich im Theater in Wiesbaden eine moderne Fassung von besagtem Stück an.

Referendar Peter Fischer war für die Schüler eine große Hilfe. Er betreute die Schüler während der gesamten Projektwoche und wurde sogar Teil des Stückes.

Die Schüler inszenierten das Stück sehr ungewöhnlich, sie verzichteten auf Hauptdarsteller. Für jeden Akt suchten sie neue Mitschüler aus. Alle legten die Szenenauswahl fest, die Dialoge und wer welche Rolle spielen soll.

Doch dann tickte die Uhr. Die Aufführung rückte immer näher. Die Schüler machten Überstunden. Und dann stand auf dem Kalenderblatt schon „Freitag.“

Selbstverständlich hat es nicht jeder Schüler geschafft, den Text seiner Dialoge komplett auswendig zu lernen, aber die Klasse war selbst darüber überrascht, wie viel sie in so wenig Zeit auf die Beine stellen konnten. „Besonders erfreut hat mich, dass jeder Schüler sich mit seinen Fähigkeiten einbringen konnte“, sagt Praktikant Peter Fischer. Schülerin Lisa Bodem komponierte in Windeseile ein Musikstück auf dem Klavier. Dabei unterstützte sie ihre Freundin Franziska Bisdorf. Vierhändig spielt es sich eben doch leichter. Schüler Nico Röhrig schwang sich dafür in die Lüfte und brillierte im 2. Akt mit einer Hip-Hop Tanzeinlage, die als Tip-Top Einlage in die Annalen eingehen wird. Das Publikum klatschte begeistert.

Für die Schüler war die Aufführung ein wahres Erfolgserlebnis. Auch Tutorin Sabine Hatt war sehr stolz.

Und während die Schüler des Englisch-Leistungskurses noch einen Moment den Beifall genießen, überlegt Sabine Hatt schon, welches Stück sie als nächstes mit den Schülern aufführen wird. Denn das hat schon Appetit auf mehr gemacht.