20.11.09
Youp la boum - Besuch der Lesung von Sonia Ristić
Sonja Ristic bei ihrem mitreißenden Vortrag
Euphorie zum Anfassen beim Publikum

Sonja Ristic bei ihrem mitreißenden Vortrag

Sonja Ristic bei ihrem mitreißenden Vortrag
Euphorie zum Anfassen beim Publikum

Euphorie zum Anfassen beim Publikum

Lesen, zuhören, Fragen stellen, lernen – das scheint das Motto des Leistungskurses 13 von Frau Stüwe zu sein. Bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit besuchten die SchülerInnen des Französischkurses gemeinsam mit ihrer Lehrerin eine Lesung einer französischen Schriftstellerin im Rahmen des Literaturprojekts Prix des lycéens allemands 2010.

Die in Serbien geborenen, in Afrika aufgewachsene und derzeit in Paris lebende junge Schriftstellerin Sonia Ristić liest zunächst das komplette erste Kapitel ihres 2008 erschienenen Romans Orages vor. Die Protagonistin, eine junge in Paris lebende Serbin namens Tamara, erbt von einem Onkel ein Grundstück nahe Belgrad und muss - sehr zu ihrem Widerwillen – zwecks Unterschrift von amtlichen Dokumenten an jenen Ort zurückkehren, den sie vor Jahren nach dem Tod der Mutter verlassen hat. Tamara erkennt den Ort ihrer Kindheit und Jugend kaum mehr, trifft ihre große Jugendliebe Alexandre wieder, verliebt sich erneut heftig in den schönen jungen Mann mit dem Feuer in den Augen und beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit ihm. Das große Geheimnis um Alexandre wird an dieser Stelle natürlich nicht gelüftet.

Warum Frau Ristić eine so schwierige Beziehung zwischen Tamara und Alexandre entworfen hat, möchte eine Schülerin wissen. „Harmonische Beziehungen sind doch langweilig. Wenn der Prinz seine Prinzessin heiratet, was gibt es da noch zu erzählen, lautet die Antwort von Frau Ristić. Auf die fast schon obligatorische Frage nach einer pädagogischen oder moralischen Aussage des Romans antwortet die Schriftstellerin: „Je me méfie des messages!“ (Ich misstraue Botschaften). Sie vertraue vielmehr der Intelligenz eines jeden Lesers, den Roman nach Weisheiten, Botschaften oder einfach nur zum Vergnügen zu durchforsten.

Eine andere Schülerin hätte sich gewünscht, dass Alexandre und Tamara glücklich zusammen alt werden. „Non“, erwidert Frau Ristić „ce n’est pas une fin youp la boum“ (sinngemäß: nein, das Ende ist nicht holla die Waldfee).

Nach 1 ½ Stunden verabschiedet sich die sympathische junge Französin von ihrem begeisterten Publikum mit einem freundlichen „Au revoir“.