
Ludwig Baumann und Hans Rubinich, der ihn den Zuhörern in einem einleitenden Vortrag vorstellte
Der Deserteur Ludwig Baumann zu Gast am Burggymnasium
Es ist als könnte man die berühmte Stecknadel fallen hören. In der rappelvollen Aula drängen sich Schüler und Lehrer. So als wäre hoher Staatsbesuch eingeladen. Dabei sitzt vorne am Pult nur ein älterer Mann mit Brille, zurückgekämmten Haar, aber mit sehr wachen Augen. Es ist Ludwig Baumann. Im Zweiten Weltkrieg desertierte er, wollte bei Hitlers Krieg nicht mehr mitmachen. Nun erzählt er seine Geschichte.
Seit einiger Zeit sorgt Ludwig Baumann für Schlagzeilen. Die großen Gazetten schreiben über ihn. Bei Kerner ist er kürzlich aufgetreten und im Rundfunk wird über ihn berichtet. Das Wichtigste aber: Wo er heute hinkommt, ist er willkommen. Auch hier in Friedberg. Das sah früher ganz anders aus. Nach dem Krieg fand er kein Zuhause im neuen Deutschland, Menschen, die Wiederstand leisteten, waren erst mal nicht willkommen.
Nun ist er von Bremen angereist. Schulleiter Dr. Lothar stimmte sofort zu, als die Lehrer Thomas Berle...

Faust in fünf Minuten
Schüler und Schülerinnen des Burggymnasiums zelebrieren ihr Abitur der besonderen Art
Nein – sie kommen nicht mit Deutschland-Fähnchen, trällern auch keine Uwu-Selas und schwingen erst recht nicht mit schwarz-rot-goldenen Tüchern. Dennoch scheint an diesem Tag – die Schweiz spielt gegen Honduras – südamerikanisches Temperamet die Bühne der Friedberger Stadthalle in eine weltmeisterliche Stimmung einzutauchen.
182 Schülerinnen und Schüler trainierten lange, 13 Jahre lang, unermüdlich unter heißer Friedberger Sonne und kannten auch in bitterkalten Nächten nur ein Ziel: die Hochschulreife, den Cup der Gewinner.
Dafür steht das Burggymnasium, eine Champions-League für all jene, die eben noch den Aufstieg aus der 2. Liga feierten und alsbald auf Punktejagd gingen. In 440 Einzelprüfungen – auch mündliches Abitur genannt - zogen sie sich am Ende vielleicht einige Prellungen zu, aber dafür winkte der Pokal in der härtesten Liga Friedbergs. Von 1,3 bis 3,7 reichte der Bogen und 23 Sch...
Die Abiturientinnen und Abiturienten des Burggymnasiums des Jahres 1990 treffen sich am 16.10.2010 in Bad Nauheim im Teichhaus (am Eisstadion).

Nach „Brecht in der Burg“ (2007) präsentiert das Burgtheater Friedberg einen weiteren berühmten Schriftsteller: James Joyce.
Jedes Jahr am 16. Juni feiern dessen Anhänger und Bewunderer weltweit den legendären Bloomsday – jenen Tag des Jahres 1904 an dem sein Roman „Ulysses“ spielt.
Leopold Bloom beginnt um 8 Uhr morgens seinen Streifzug durch Dublin … Postamt, Bücherei, eine Beerdigung, eine Geburt, ein Bordell, Pubs, Bars, viel Guinness, viel Whiskey … um gegen 3 Uhr morgens zu seiner Frau Molly zurück zu kehren, die im Bett seit Stunden ihren Gedanken und Erinnerungen nachhängt.
Acht Frauen, Abiturientinnen dieser Schule, lesen jenen monströsen inneren Monolog der Molly Bloom - ein Bewußtseinsstrom von Erhabenem, Alltäglichem, Obszönem, ohne jegliche Satzzeichen und lange verboten – einen der einflußreichsten Texte der Weltliteratur.
Ein Muß für alle Männer, die glauben, ihre Frauen dächten beim Einschlafen nur an sie !

Der 13er Kurs „Darstellendes Spiel“ von Ute Optenkamp führte am Dienstag, den 11.05.2010, dem vorletzten Unterrichtstag der Abiturientinnen und Abiturienten, um 18:00 Uhr in der Aula des Burggymnasiums das Stück In love – with Shakespeare auf. Das Publikum - Eltern, Freundinnen und Freunde, Schülerinnen und Schüler, sowie Kolleginnen und Kollegen - erfreute sich an einem Verwirrspiel zum Thema Liebe, einer Montage von Shakespeare-Dialogen, zusammengestellt von Marlene Skala. Im Programmheft hieß es:
„Die Waldgeister Puck und Ariel haben ganz schön viel zu tun in ihrem Wald. Eine Menge Leuten kommt zu den beiden Lichtungen, die von einem Fluss getrennt werden, und lässt sich dort nieder. Unter ihnen ein Dichter, der Bäume misshandelt und als Liebesboten benutzt, Frauen, die sich als Männer verkleiden, Machos, Zicken und ein unglücklich verliebter Edelmann. Die Waldgeister versuchen nun mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten, die teils verworrenen Beziehungen zwischen den einzelnen Pa...

Schülerinnen und Schüler des Burggymnasiums Friedberg bauen Wasserraketenwagen
Der Traum der Menschheit nach immer höheren Geschwindigkeiten führte seit etwa hundert Jahren zur Entwicklung von Raketenwagen und motivierte einen Physikkurs des Burggymnasiums in diesen Tagen zu einer Exkursion in die Aeronauten-Werkstatt in Frankfurt. Till Hergenhahn als Vorsitzender des Vereins Umwelt-Exploratorium begrüßte die Klasse 11.5 mit ihrem Physiklehrer Michael Sach in einem umgebauten Hangar des alten Flugplatzes in Bonames/Kalbach. Nach einem kurzen Referat Hergenhahns über die Geschichte der Raketenwagentechnik begann der Workshop. Mit Geschick bauten die Schülerinnen und Schüler aus haushaltsüblichen Kunststoffflaschen und weiteren Alltagsmaterialien wie Holz, Pappe, Trinkhalmen und Unterlegscheiben auch ästhetisch ansprechende Raketenwagen. Der Antrieb der Modelle funktioniert wie bei allen Raketen über das Rückstoßprinzip. Hoher Luftdruck in der Flasche sorgt beim Start für eine hohe ...

Das Musikkorps gibt Kostproben seines Könnens.
Burgschüler besuchen das Musikkorps der Bundeswehr in Koblenz
„What a wonderful World“ schallt es durch den Raum. Und gleich darauf Gershwins „Summertime“. Das Publikum klatscht begeistert. Manche stampfen mit den Füßen auf. Es könnte leicht ein lauer Sommerabend sein, auf der Bühne das ZDF-Fernsehorchester auftreten und auf den Rängen 2000 Zuschauer der Musik lauschen. Doch weit gefehlt.
Gerade mal 15 Zuschauer haben sich an diesem Morgen um 9.00 in Koblenz eingefunden im großen Übungssaal. Und kein Fernsehsender dreht an Kameras. Nur für die Schüler des Burggymnasiums spielt das Musikkorps der Bundeswehr auf. 33 Musikerinnen und Musiker laden ein zu einer musikalischen Matinee, die bei allen großen Anklang findet. Musiklehrer Stefan Spielberger hat diese einzigartige Begegnung arrangiert. Und nun wippt er mit den Füßen, lächelt ab und an dem Dirigenten zu. Und der lächelt zurück. Den Taktstock schwingt Robert Kuckerts. Kein Unbekannter in Musikerkreisen. Einst hörte die Big Ba...

Burggymnasium in fester Hand der Schreiber und Denker
Sie künden schon von weitem. Die in allerlei Farben getünchten Bettlaken, die die Mauern des Burggymnasiums in diesen Tagen schmücken. Wie übergroße Glückwunschkarten drücken sie den Schülern Daumen für ihr Abitur.
Doch auch die anderen Schüler, die noch ein wenig Zeit haben bis zu ihrem Auftritt, gehen nicht achtlos vorbei. Sie stehen vor den großen Bildtafeln und sehen ihre Namen hier schon stehen. Schulsprecherin Lena, jetzt noch in der 12. Klasse, geht auch entlang. „Vergangenes Jahr habe ich mir alle angesehen“, erzählt sie. „Und dieses Jahr bin ich wieder dabei“.
Die Verfasser jener ausgerollten Bettlaken beweisen Fantasie. „Franzi goes Abi“ heißt es da etwa in rot-blauer Schrift. Zwar erwartet Englischlehrer Thomas Berlenbach von seinen Schülern auch mal Sätze mit mehr als 3 Wörtern, dennoch findet sich jener Satz in keinem Englischlehrbuch. Doch darum geht es wohl auch nicht. Neulich gingen stauende Besucher durch d...

Literaturprojekt im Fach Französisch
Es ist so weit! Der Leistungskurs Französisch des Burggymnasiums nimmt unter der Leitung seiner Französisch- und Englischlehrerin Heike Stüwe am diesjährigen Literaturprojekt teil. Weshalb sich Lehrerin und Schüler/innen so freuen, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Denn wem es gelingt bei einem Wettbewerb dabei zu sein, der hat ja erst mal nichts Besonders geleistet. Sollte man annehmen. Aber bei diesem Wettbewerb ist alles anders.
Schüler überall in Deutschland sind dazu aufgerufen nicht selbst etwas zu schreiben, sondern als Richter darüber zu befinden, welches französische Buch ins Deutsche übersetzt werden soll. Sie sind also die Juroren. Seit Oktober 2004 organisiert die Kulturabteilung der französischen Botschaft in Berlin alljährlich diesen Wettbewerb, den Prix des lycéens allemands.
Im Französischunterricht des Burggymnasium standen vier Romane zur Auswahl: „Orages“ von Soni...
Oberstudienrat Michael Vaillant geht nach 35 Dienstjahren in den Ruhestand
Zu seinem Abschied würdigt Schulleiter Dr. Lothar Korger Herrn Vaillant, der nicht nur Deutsch und Gemeinschaftskunde (jetzt Politik und Wirtschaft) unterrichtet, sondern sich auch autodidaktisch so intensiv in die Informatik eingearbeitet habe, dass er Schülerinnen und Schülern den Umgang mit Computern gut habe vermitteln können. Somit sei er in allen drei Aufgabenfeldern tätig gewesen.
Seine Vielfältigkeit wird durch seine handwerklichen Fähigkeiten untermauert, die sich unter anderem daran zeigen, dass er defekte Fahrzeuge komplett zerlegen und wieder so zusammenbauen kann, dass sie nicht nur fahrtüchtig, sondern rennfähig werden. Von seinen Kenntnissen profitierte auch das Kollegium, das sich jederzeit bei ihm fachkundigen Rat einholen konnte.
Der hierbei erkennbare Perfektionismus wirkte sich natürlich auch auf seinen Unterricht aus, was seine Schülerinnen und Schüler aufgrund der an sie gestellten An...