Maria Stuart von Friedrich Schiller
Eine Empfehlung von Christian Graf von Matuschka
''Maria Stuart'' ist ein Trauerspiel von Friedrich Schiller, welches zum ersten Mal am 14.Juni 1800 im Weimarer Hoftheater aufgeführt wurde und in fünf Akten unterteilt ist.
In dem Drama geht es um die Rivalität zweier Charaktere, die beide den Anspruch haben, das Amt der ''Königin von England'' zu vertreten. Bei den zwei Hauptfiguren des Werkes handelt es sich um Elisabeth, Königin von England, und Maria, Königin von Schottland. Rechtens müsste Maria die Königin von England sein, da Elisabeth als uneheliches Kind geboren wurde und demnach nicht für die traditionelle Thronfolge vorgesehen ist. Maria muss aus Schottland fliehen, da sie wegen der Ermordung ihres Mannes aus Schottland verwiesen wird. Sie flieht nach England in der Hoffnung, dass Elisabeth ihr Schutz gewährt, da Maria an die zusammenhaltende Verwandtschaft glaubt. Doch Elisabeth lässt Maria auf Schloss Fotheringhay einsperren, da sie befürchtet, Maria plane einen Anschlag auf sie, um ihr die Krone zu entreißen.
Mortimer, ein weiterer Charakter des Werkes, hat sich in die Schönheit Marias verliebt und verspricht ihr, sie aus der Gefangenschaft Elisabeths zu befreien. Während dessen verzweifelt Elisabeth auf dem englischen Hofe. Sie kann sich weder für, noch gegen die Hinrichtung Marias entscheiden und beauftragt Mortimer indirekt, dass dieser es für sie''erledigen'' ,sprich, Maria töten soll. Er weiht Leicester in seinen Plan ein Maria zu befreien, denn auch er fühlt sich Maria hingezogen. Maria möchte sich gerne mit Elisabeth treffen, um sie von der Durchführung ihrer Hinrichtung umstimmen zu können. Obwohl Graf Burleigh absolut dagegen ist, macht es Leicester möglich, ein Treffen zu arrangieren. Das Treffen der beiden Königinnen ist der Höhepunkt des Dramas und sehr entscheidend für den weiteren Verlauf der Stückes. Maria versucht anfangs Elisabeth um Gnade zu bitten und unterwirft sich ihr, doch Elisabeth reagiert sehr triumphierend und ''badet'' in dem Genuss, Maria sich untertänig zu schätzen . Als Maria dies bemerkt ändert sie ihre vorher noch unterwürfige Ausdrucksweise und fängt an, Elisabeth zu beleidigen. Sie tituliert sie als ''Bastard'' und stellt damit die Legitimität ihrer Herrschaft in Frage. Nach dem Streit sieht Elisabeth keine andere Wahl, als Maria hinrichten zu lassen um ihren Thron zu verteidigen. Doch Elisabeth möchte unter keinen Umständen ihren Ruf verlieren, welcher in Gefahr ist, wenn es an die Öffentlichkeit gerät, dass sie die Verantwortliche für Marias Hinrichtung ist.
Sie unterschreibt das Urteil für Marias Hinrichtung und gibt es ohne Anweisung an Davison. Dieser gibt das unterschriebene Urteil an Burleigh weiter, welcher für die Durchführung sorgt.
Das Stück „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller weckt bei dem Leser verschiedene Emotionen. Gleich von Beginn an fesselt das Stück den Leser. Dadurch, dass die Figuren und die Handlung auf reellen Begebenheiten basieren, steigt das Interesse Alles zu erfahren, sofort.
Maria, die Protagonistin, ist ein sehr interessanter Charakter, mit welchem sich der Leser durchaus identifizieren kann. Während des Lesens fühlt man sich in das Geschehen mit eingebunden und kann direkt mitfühlen. Als Maria unschuldig verurteilt wird, baut sich beim Leser eine gewisse Wut auf, die durch die gefühlte Ungerechtigkeit entsteht.
Auch auf sprachlicher Ebene ist es ein literarisch anspruchsvolles Stück. Das Lesen erfordert hohe Konzentration und das Vorwissen des Lesers, dass sich der größte Teil des Stückes auf die tiefsinnige Information für den Leser konzentriert und nicht nur den sachlichen Ablauf der Geschichte verdeutlichen will, welcher direkt am Text zu erkennen ist. Der Höhepunkt der Werkes und die Hauptaussage Schillers ist der philosophische Hintergrund des Königinnenstreites. Maria, welche sich zu Anfang noch unterwürfig gegenüber Elisabeth verhält, reagiert auf ihr erniedrigendes Verhalten gegenüber Maria mit einer Art Erleuchtung des Eigenbewusstseins. Sie entscheidet sich lieber mit Würde zu sterben, als sich auf ewig zu unterwerfen und sich nicht zu ihrer eigentlichen Position als Königin zu bekennen. In dem Moment, als Maria diese Entscheidung trifft, erhält sie das ''Erhabene'' und somit ihre Würde. Diese tiefgehende Aussage Schillers zu ergreifen, welche die Würde des Menschen anspricht, ist eine spannende Herausforderung für den Leser.
Ich kann das Stück Leuten empfehlen, welche sich gerne mit historischen Begebenheiten und den dazugehörigen philosophischen Hintergründe und Erkenntnisse beschäftigen wollen.
Franz Kafka: „ Die Verwandlung“
Eine Empfehlung von Lisa Krieg
Das Werk „Die Verwandlung“, verfasst von Franz Kafka begeisterte mich direkt mit dem ersten Satz den ich las: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Bereits dieser Satz war für mich derart fesselnd und zugleich so irritierend, da mir zuvor noch kein Werk mit einem derartigen Anfang in die Hände gefallen war. Es beschreibt, wie etwas Außergewöhnliches und Ungeheuerliches eine geschilderte Familie befällt. Das Unglück erscheint völlig unverständlich und sinnlos, es bricht einfach über Nacht herein. Man weiß nicht warum und wieso, es ist einfach da. Es wird auch von niemandem hinterfragt, vielmehr versucht man, was man muss: sich mit dem Ungeheuerlichen "einzurichten" und mit etwas umzugehen, mit dem man eigentlich gar nicht umgehen kann.
Vorab einige Informationen zum Schöpfer des Werks. Franz Kafka zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Grundthema seiner Werke ist die Ohnmacht des Einzelnen gegen allmächtige anonyme Kräfte. Die formal und inhaltlich einzigartige Art der Gestaltung seiner Werke bezeichnet man auch als 'kafkaesk'.
Die Erzählung handelt von einem Handelsreisenden namens Gregor Samsa, welcher eines Morgens zu einem Käfer verwandelt in seinem Bett erwacht. Gregor Samsa ist ein für damalige Verhältnisse gut verdienender Geschäftsmann, der auch seinen Eltern und seiner einige Jahre jüngeren Schwester zu einem gewissen Wohlstand verhilft, ohne dass sie je dafür hätten selbst arbeiten müssen. Der erste Teil handelt von der Entdeckung Gregors, dass sich sein Körper in einem käferartigen Zustand befindet und von seiner ersten konfliktbehafteten Begegnung mit seiner Familie und dem Prokuristen seines Arbeitgebers. Im zweiten Teil des Werks wird beschrieben, wie Gregor versucht mit der ihm neuen Situation zurecht zu kommen. Seine Eltern bemühen sich wenig, da er in ihren Augen schließlich nur ein Ungeziefer ist. Bloß die Schwester kümmert sich noch eine gewisse Zeit um ihn, wendet sich im dritten Teil schließlich auch von ihrem Bruder ab. Im dritten und somit letzten Teil wird näher darauf eingegangen wie sich die Familie einerseits immer mehr mit Gregors Zustand abfindet und auch die Scheu vor ihm etwas verliert, sie sich andererseits aber immer weniger um sein Wohlergehen kümmern und es als eine große Last ansehen, mit diesem Tier zusammen leben zu müssen. Im weiteren Verlauf der Geschichte verschlechtert der körperliche Zustand Gregors stetig, bis er aufgrund zahlreicher Angriffe des Vaters verstirbt. Jenes wird von der Familie sowohl mit Trauer als auch mit viel Erleichterung und Euphorie aufgenommen.
„Die Verwandlung“, eine surreale Erzählung, ist das wohl bekannteste Werk Kafkas und beeindruckt durch ihre schlichte Alltagssprache, Irritation und Spannung, die sich während des Lesens ergibt und die im Kontrast zu den geschilderten Ereignissen steht. Gleiches gilt für die Ausdruckskraft der Sprache ergibt sich - paradoxerweise - aus ihrer beschreibend alltäglichen Schlichtheit, die einen starken Kontrast zum unerhörten Geschehen bildet. Zudem gibt es zahlreiche teilweise grotesk anmutende Kontraste zwischen Situation, Erleben und Verhalten. Als wichtiges Stilmittel erscheinen daher die Kontraste und das Wechselspiel zwischen der Ebene des Abnormen, Surrealen, Absurden, Grotesk, Unheimlichen und der Ebene des Normalen, Trivialen, Banalen, Alltäglichen und Langweiligen.
Wie schon erwähnt enthält das Werk viele Paradoxien. Hierzu ein Beispiel, welches diese ungewöhnlichen Begebenheiten verdeutlicht: Gregor Samsa, der Protagonist, findet sich, wie schon erwähnt, als Käfer verwandelt in seinem Bett vor. Bereits diese Tatsache irritiert den Leser, da eine Verwandlung, allgemein gesehen, meist für etwas Abnormales und Sonderbares gehalten wird. Jedoch ist bei genauerer Betrachtung die Tatsache, dass er sich keineswegs über die Ursache seiner Verwandlung wundert, umso verwirrender.
Er macht sich einzig und alleine Sorgen um seine Familie, wie er mit dieser Gestalt seinen Lebensrhythmus erhalten kann, da er der Alleinversorger der Familie ist. Gregor Samsa, ist der von Kafka geschaffene, perfekte Protagonist für die Verdeutlichung eines Menschen, der sich selbst aufgibt und nur für das Wohlergehen anderer, in diesem Fall seine Familie, lebt.
Die Familie der Hauptperson ist durch die Verwandlung seiner Selbst natürlich und verständlicherweise geschockt, verwirrt, rat- und hilflos. Sie ist besorgt, duldet Gregor mit seiner neuen Identität aber erst einmal nicht nur, sondern ist auch interessiert an seinem Verhalten. Merkwürdig ist, dass sie sich einzig und alleine die Schwester zeitweise bemüht ihn zu unterstützen. Die Kommunikation ist jedoch auf niedrigstem Niveau bzw. nicht existent. Sie reden und beraten sich zwar viel, aber dabei kommt nichts Konstruktives heraus.
Deutlicher noch als auf Seiten der Familie ist das intakte Identitätsgefühl bei Gregor Samsa selbst; bei aller Veränderung seiner Lebensweise ins Tierische: animalische Nahrungswahl, andersartige Fortbewegungs- und Verhaltensweise, bleibt ihm sein menschliches Bewusstsein. Und obwohl er die menschliche Sprache verloren hat, ist er doch in der Lage, menschliche Gespräche in seiner Umgebung zu verstehen, ebenso wie er das Geschehen um sich herum erkennen und beurteilen kann. Der absurde Tatbestand liegt vor: Er ist in ein abscheuliches Tier verwandelt, dennoch bleibt er Gregor Samsa.
Hier kritisiert Kafka sehr deutlich die Gesellschaft, verdeutlicht ihr Oberflächlichkeit und zeigt mit welcher Grausamkeit selbst die eigene Familie einen behandelt wenn man, profan gesagt, anders ist und nicht mehr ins Muster passt, welches einem die Gesellschaft vorgibt. Die Verwandlung in ein Ungeziefer trifft hier sehr deutlich auf die Art und Weise zu wie Gregor seitdem behandelt wird. Denn es besteht die Meinung das Insekten ekelhafte, unnütze und lästige Tiere sind, welches selbst schon durch die negative Bezeichnung „Ungeziefer“ deutlich wird. Dementsprechend behandelt die Familie Samsa ihren Sohn bzw. Bruder auch. Er wird abgelehnt und verstoßen. Vergessen ist die ganze Aufopferung Gregors für seine Familie. Vergessen ist auch all die Mühe mit welcher alleine er seiner Familie ihren Wohlstand ermöglichte.
Die Botschaft Kafkas ist folglich jene: Wer sich selbst aufgibt und nur fremdbestimmt für andere lebt, verliert sein Menschsein und muss zu Grunde gehen. Die durch übertriebene und vollständige Fürsorge behinderte und jeglicher Selbstverantwortung beraubten Familienangehörigen finden zu neuer Lebenskraft und blühen auf. Mit dieser Deutung ist die Verwandlung ein Plädoyer und Mahnung für natürliche und gesunde Selbstentfaltung, für Verhältnismäßigkeit, Ausgewogen- und Ganzheit.
Mit dieser Botschaft trifft Franz Kafka auch noch heute den Nerv der Zeit. Ich bin wirklich begeistert von diesem Werk, weil so Unnormal scheint und doch so zeitgemäß und stets aktuell ist. Ich kann es nur weiter empfehlen, rate somit jedem der anfangs irritiert ist und kein Verlangen hat weiterzulesen, es doch nochmals zu versuchen. Es mag zu Beginn etwas merkwürdig sein, da man mitten in eine der ungewöhnlichsten Handlungen gerät, die einem ein Werk offenbaren kann. Jedoch versteht man erst von Zeit zu Zeit wie real die dort beschriebe Handlung doch ist. Die Erzählung ist für mich eine Bereicherung und hat einiges in meinem jetzigen Denken und Handeln bewegt.
Ich hoffe, dass ich allen interessierten Lesern einen guten Einblick in „Die Verwandlung“ geben konnte.
Otfried Preußler : „Krabat“
ein Kinderbuch
Eine Buchbesprechung von Nina Storck
Krabat, ein vierzehnjähriger, elternlose Betteljunge aus der Lausitz ist, wie der Name des Buches schon verrät, die Hauptfigur.
Wie schon oft zieht er zwischen Neujahr und dem Dreikönigstag mit zwei Freunden von Tür zu Tür. In den Nächten träumt er dreimal den gleichen Traum, eine seltsame Stimme fordert den kleinen Jungen auf in eine Mühle nach Schwarzkollm zu gehen. Von Neugier gepackt schleicht er sich fort und geht trotz Angst zu der geheimnisvollen, schwarzen Mühle im Koselbruch. Als er dort ankommt, wird er gleich vom Müller als Lehrjunge aufgenommen und merkt, dass elf weitere Müllerburschen auf der Mühle leben. Seit diesem Abend ist Krabat dem Müller, welcher später sein Meister ist, ausgeliefert.
Nach drei Monaten, welche als Probezeit gelten, wird er am Karfreitag in die „Schwarze Schule“ aufgenommen, wo er mit den elf anderen Müllerburschen Zaubersprüche lernt, die ihnen der Meister aus dem Koraktor –dem Höllenzwang- vorliest.
An Ostern müssen sich die zwölf Mühlknappen das „Mal der geheimen Bruderschaft“ holen, ein Drudenfuß. Das Ritual verspricht, nachdem der Drudenfuß durch Schweiß von der Stirn verwischt ist, dass die täglich zu verrichtende Arbeit von dem Augenblick an für ein Jahr, durch Zauberei, leicht von der Hand geht. In dieser Osternacht hört Krabat zum ersten Mal die Kantorka singen und ist von ihrer Stimme wie verzaubert.
In Neumondnächten taucht immer wieder der geheimnisvolle, hinkende Herr Gevatter mit deinem Mahlgut, und einer feurigen Hahnenfeder am Hut, auf. IN diesen Nächten müssen die Mühlknappen schweigend schuften. Durch Tonda, dem Altgesellen, erfährt Krabat, dass sich der Meister dem Herrn Gevatter verschreiben hat und das eigentlicher er der Herrscher ist und das Sagen hat.
Am letzen Tag des Jahres kommt Tonda unter mysteriösen Umständen ums Leben. Er wird am nächsten Tag im „Wüsten Plan“, einer trostlosen Gegend, ohne Pastor und ohne Kreuz begraben.
Krabat wird am Dreikönigstag freigesprochen, was bedeutet, dass er von nun an kein Lehrjunge sondern ein Geselle ist, was daran liegt, dass das erste Jahr für auf der Mühle für drei zählt. Außerdem gibt es seit diesem Tag einen Neuen Lehrjungen, der das Dutzend der Mühlknappen wieder vervollständigt.
Im zweiten Lehrjahr darf Krabat mit dem Meister in einer fliegenden Kutsche nach Dresden an den Hof des Kurfürsten fahren, wo er erfährt, wie mächtig der Meister ist (Fortführung des Schwedenkriegs). Außerdem begegnet er der Kantorka in der Osternacht, indem er seinen Körper verlässt.
Ein großes Ereignis im zweiten Lehrjahr ist, dass der Meister dem legendären Zauberer Pumphutt unterliegt. Durch die Niederlage ist der Meister so zornig, dass er die Gesellen wochenlang quält, indem sie nachts arbeiten müssen, wo ihre Zauberkraft nicht vorhanden ist. Dieser Alptraum hört erst auf, als der Herr Gevatter dem Meister Einhalt gebietet.
In der Neujahrsnacht stirbt Michal. Seine Beerdigung ist genauso wie Tondas.
Am Dreikönigstag kommt wie jedes Jahr ein neuer Lehrjunge in die Mühle. Diesmal ist es Lobosch. Krabat hilft ihm heimlich, so wie Tonda ihm damals geholfen hatte. Durch diese Handeln wird ihm klar, dass er an Tondas stelle getreten ist.
Eines Tages entdeckt er, dass sein Mitgeselle Juro, den alle für dumm halten, sich verstellt hat und in Wirklichkeit der Beste in der „Schwarzen Kunst“ ist.
Von ihm erfährt er dann auch, dass der Meister folgenden Pakt mit dem Herrn Gevatter geschlossen hat: damit sich das Leben des Meisters verlängert, muss er jährlich einen seiner Schüler opfern. Weiterhin erzählt Juro ihm, dass es eine Möglichkeit gibt, den Meister zu besiegen. Dies gelingt, wenn es ein Mädchen gibt, das ihn liebt und das ihn beim Meister freibittet. Besteht sie die vorgeschriebene Probe, ist der Zauber gebrochen und sie sind frei, besteht sie diese nicht, müssen beide sterben. Damit alles gut geht, üben Juro und Krabat heimlich sich dem Meister zu widersetzen.
Einen Tag vor Weihnachten lässt der Meister Krabat in seine Kammer rufen und bietet ihm an sein Nachfolger zu werden, Krabat lehnt dieses angewidert ab.
Am Silvesterabend kommt dann die Kantorka zur Schwarzen Mühle nach Koselbruch und bittet, Krabat zu befreien. Als Probe muss sie ihren Liebsten mit verbundenen Augen aus der Schar der zwölf Müllerburschen herausfinden. Sie besteht die Probe, weil sie die Angst, die Krabat um sie hat, gespürt hat. Der Meister wird in dieser Neujahrsnacht sterben und die Mühle in Flammen aufgehen. Die elf Gesellen und Krabat sind frei, büßen dafür jedoch ihre Zauberkraft ein.
Meiner Meinung nach ist die Erzählung „Krabat“, von Otfried Preußler ein durchaus gelungenes Buch. Es ist gut zu verstehen und voller fesselnder Ereignis. Allerding denke ich, dass „Krabat“ eher ein Buch für jüngere ist, da die Erzählung in einem leicht zu verstehendem Deutsch verfasst ist und die Geschichte von „Krabat“ sehr fantasiereich und kindlich ist.
Morton Rhue: „Die Welle“
Rezension von Nina Becker
Das Buch „die Welle“ von Morton Rhue ist 1981 im Ravensburger Buchverlag erschienen.
Der Autor Morton Rhue wurde am 5. Mai 1950 in New York geboren. Der zweifache Vater ist verheiratet und lebt jetzt wieder in seiner Geburtsstadt.
Der Schriftsteller schlug in seiner Karriere zunächst einen anderen Weg ein. Seine Kindheit verbrachte der auf Long Island zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder. Er studierte Literatur am Bebit College in Wisconsin und meisterte1974 seinen Abschluss.
Um sich sein Leben zu finanzieren, arbeitete er als Straßenmusiker- außerdem verdiente er sein Geld als Zeitungsreporter und schickte zahlreiche Werbetexte an große Unternehmen. Morton Rhue fing früh damit an Kurzgeschichten zu verfassen. Von Geschichte zu Geschichte steigerte er sich und schickte einige seiner Werke u.a. an die New York Times, die die Geschichten veröffentlichte. Seinen Namen machte er sich durch Romane, die speziell an Jugendliche gerichtet wurden.
In Deutschland wurde der Schriftsteller durch das Buch „Die Welle“ bekannt. Die Novelle ist auf sein vielfältig-politisches Themengebiet abgestimmt. Seine Hauptthemen beschäftigen sich mit dem Nationalsozialismus, Gewalt an Schulen und Obdachlosigkeit der Jugendlichen. Die Schullektüre „die Welle“ diente 2008 dem deutschen Regisseur Peter Thorwarth als Grundlage des gleichnamigen deutschen Filmes.
Autor Morton Rhue
Inhaltsangabe:
Das Buch „die Welle“ erschien 1981 im Ravensburger Buchverlag und spielt an einem amerikanischen College.
Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit und entstand aus der Frage von Schülern im Geschichtsunterricht, die sich wunderten, warum das deutsche Volk den grausamen Taten der Nationalsozialisten im Dritten Reich einfach tatenlos zugesehen hat.
Im Jahr 1969 wagte bereits der Lehrer Ron Jonson in Kalifornien ein Experiment mit Schülern, um zu demonstrieren, wie schnell man von solch einer „Welle“ mitgerissen werden kann.
Morton Rhue griff das Thema auf und beschreibt in seinem Werk ein solches Experiment.
In der Geschichtsstunde von Ben Ross nimmt er mit seinen Schülern den zweiten Weltkrieg durch. Dabei treten Nachfragen nach dem Sinn und wie die Bevölkerung tatenlos zusehen konnte an, wie mit den hilflosen Menschen umgegangen wurde, auf. Um diese Fragen anschaulich beantworten zu können, überlegt er sich ein Experiment, das später außer Kontrolle gerät. Angeregt wird er vor allem durch die Schüler Laurie und Robert, die sich brennend für das Thema interessiert haben.
Die Schüler sollen die damalige Zeit nachspielen und Disziplin zeigen. Sie verschmelzen zu einer Einheit und befolgen jegliche Anweisungen ihres Lehrers und bezeichnen ihn als Leitperson ihrer Bewegung.
Manche Schüler nehmen das Experiment auf die leichte Schulter und merken dabei nicht, dass sie immer mehr in das Denken der Nationalsozialisten hinein wachsen. Sie selbst grenzen diejenigen aus, die sich, vielleicht auch aus Angst, nicht von dieser Welle mitreißen lassen wollen. Was wie ein Spiel beginnt, wird plötzlich bitterer Ernst. Selbst der Lehrer Ben Ross gerät in diesen Strudel. Warnungen seiner Kollegen und seiner Frau ignoriert er. Erst spät erkennt er, dass ihm das Projekt aus seinen Händen gleitet.
Die Anhänger der Welle fühlen sich schon nach kurzer Zeit als eine starke Einheit, was sie durch den gemeinsamen „Wellegruß“ ausdrücken. Ein weiteres Markenzeichen sind ihre Grundprinzipien, die sie immer wieder aussprechen: „Macht durch Disziplin, Macht durch Gemeinschaft, Macht durch Handeln“. Sie leiden mehr und mehr an einem Realitätsverlust. Nicht nur in der Schule, sondern auch im Privatleben bestimmt die Welle ihr Leben. Der Rest der Schulgemeinde zeigt vorerst wenig Verständnis für dieses Bündnis, jedoch nach und nach treten mehr in die Gruppe ein.
Durch das faschistische Verhalten rutschen die betroffenen Schüler immer tiefer in kriminelle Machenschaften.
Das Schicksal „der Welle“ nimmt einen verheerenden Verlauf…
Reflektion:
Die Novelle „die Welle“ ist ein Buch, das den Nationalsozialismus widerspiegelt und die Gefahr, dass eine ähnliche Situation noch einmal auftreten könnte. Das Buch beschreibt die Geschichte, die sich 1969 in Amerika abspielte. Unzufriedenheit der Menschen bringt die Gefahr, dass man offen ist für Zuspruch, sich blenden lässt und ein Handeln einreden lässt, was als einziger Ausweg scheint. Zur damaligen Zeit im „Dritten Reich“ war genau dies der Fall. Adolf Hitler stand als Führer und Retter vor seinem Volk und versprach, dass es in Deutschland wieder Berg auf gehen würde. Zu gerne schlossen sich die Menschen ihm an, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ähnlich verlief das Experiment „die Welle“.
Dieses Buch veranschaulicht meiner Meinung nach sehr deutlich, wie gefährlich es ist, sich von einem „Führer“ abhängig zu machen.
Der Grund für meine Entscheidung dieses Buch vorzustellen ist, dass auch ich mir schon oft die Frage stellen musste:“Wie konnten die Menschen Hitler vertrauen?“ Das Thema Nationalsozialismus bewegt mich sehr. Morton Rhue beantwortet mit seinem Buch einen Teil meiner Fragen. Ich bin mir nicht einmal mehr sicher, dass ich auf den ersten Blick erkennen würde, wenn ich auf einen falschen Weg geleitet werde.
Das Buch hat mich fasziniert und erschüttert zugleich. Es eignet sich wirklich sehr gut als Schullektüre, denn es ist sehr wichtig, dass Jugendliche, die oft keine Perspektive sehen, die Gefahr erkennen. Ich würde empfehlen, dass „Die Welle“ von Schülern nach Behandlung des Themas „Nationalsozialismus“ gelesen und intensiv mit dem Lehrer erörtert werden sollte. Um die Spannung für die Leser zu erhalten, habe ich das Ende der Novelle in meiner Rezension offen gelassen.
Katherine Scholes: „Die Traumtänzerin“
Eine Besprechung von (??)
In dem Roman „Die Traumtänzerin“ von Katherine Scholes geht es um die 20-jährige Zelda, die jahrelang glaubte, dass ihre Mutter tot sei. Erst nach dem Tod ihres Vaters erfährt sie die bittere Wahrheit: Ellen, ihre Mutter, verließ vor vielen Jahren ihre Familie und ging nach Indien. Zelda lässt das Leben ihrer Mutter, die einst eine gefeierte Tänzerin war, keine Ruhe mehr. Was hat Ellen dazu gebracht, ihr Kind im Stich zu lassen und in der Ferne ein völlig neues Leben anzufangen? Zelda macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter und stößt auf eine Wahrheit, mit der sie nicht gerechnet hatte…
Katherine Scholes, die Autorin des Bestseller-Romans, wurde 1954 in Tansania geboren und verbrachte dort den größten Teil ihrer Kindheit. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt derzeit in Tasmanien. Sie schreibt vorwiegend Romane und arbeitet im Filmbereich.
Die tanzbegeisterte Zelda lebt mit ihrem Vater James auf einer kleinen Insel vor Tasmanien. Als ihr Vater unerwartet stirbt, erfährt Zelda durch einen Zeitungsartikel, dass ihre Mutter nach Indien gegangen ist. Sofort stellt sich die Frage, warum Ellen ihre Tochter verlassen hat. Ein Sprung in die Vergangenheit macht dies deutlich: Hier wird Ellens Leben nach Zerlas Geburt wie auch das Leben in Indien beschrieben. Weitere Sprünge in ihre Jugend machen klar, wieso Ellen ihre Familie im Stich gelassen hat. Ellen wuchs ohne ihren Vater auf. Ihre Mutter machte Ellen dafür verantwortlich, dass der Vater die Familie verlassen hatte. Ellen war das Ergebnis eines Seitensprungs der Mutter, weswegen sich der Vater von seiner Familie löste. Ihre Mutter war sehr streng und bestrafte sie grausam, gab ihr Beruhigungsmittel und versuchte sie sogar zu töten. Liebe und familiäre Wärme hat Ellen nie erfahren. Nach Versuchen, ihre Zelda auch etwas anzutun, beschloss sie ihre Familie zu verlassen.
Ellen besuchte mit einem Stipendium die beste Ballettschule in Amerika. Unterstützt von einem Mann, ohne den ihr Traum von dieser Ausbildung geplatzt wäre, konnte sie vor ihrer Mutter flüchten. Ellen sah ihre Mutter nie wieder, denn Margaret war froh, sich ihrer Tochter entledigt zu haben und zog später unbekannt nach England. Ellens beste Freundin Ziggy, die sie im Internat der Tanzschule kennen gelernt hatte, und deren Mutter Lucy erleichterten ihr das Leben und die harte Tanzausbildung. Ziggy musste aufgrund einer Erkrankung das Tanzen aufgeben. Ellen war nun wieder allein, dennoch schaffte sie es: Ellen wurde berühmt, tanzte auf den großen Bühnen der Welt und stand ständig im Rampenlicht. Dies alles änderte sich, als sie den Rechtsanwalt James kennen lernte, sie schnell heirateten und ein Leben in Luxus führten. James und Ellen beschlossen auszureißen und alles zurückzulassen. Das neue Leben in Ruhe und Idylle auf der kleinen Insel vor Tasmanien war das Gegenteil ihres Lebens zuvor. Es war alles anders und niemand sollte wissen, wer sie war und woher sie kam.
Nachdem sie James und Zelda verlassen hatte, suchte sie nach ihrer ehemaligen besten Freundin Ziggy. Ellen fand sie in einem Privatkrankenhaus für Unterernährte. Ziggy erklärte, dass sie unter dem Druck ihrer Mutter Lucy das Essen verweigerte. Ellen schlug vor nach Indien auszuwandern und dort ein neues Leben ohne die Vergangenheit zu beginnen. Ziggy stimmte zu. In Indien angekommen kauften sie sich ein Haus und kümmerten sich um Hilfebedürftige. Anfangs war Ziggy jedoch skeptisch, doch dann entdeckte sie den Spaß, armen und kranken Menschen zu helfen. Ellen schrieb Briefe an James, dass sie zurück kommen wolle und sich geändert habe; er aber lehnte ab und verbot ihr den Umgang mit Zelda.
Der letzte Abschnitt des Romans wendet sich nun wieder Zelda, der Gegenwart in Indien, zu. Am Anfang ihrer Suche reist sie in die Stadt, in der ihre Mutter vermutlich lebt. Was war mit ihrer Mutter in den letzten Jahren geschehen? Lebte sie überhaupt noch? Wird Zelda sie finden? Kommt es zu einem Happy-End?
Ich kann dieses Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen, da es sehr interessant ist. Man erfährt viel über andere Kulturen und Lebensweisen. Die Handlungssprünge sind klar gekennzeichnet und regen das Interesse an. Als Leser kann man sich sehr gut in Zelda und Ellen hineinversetzen und lernt dadurch die Charaktere kennen. Orte und Gegenden kann man sich gut bildlich vorstellen, da alles mit vielen Details beschrieben wird. Der Roman ist sehr fesselnd, weil man immer mehr wissen und erfahren möchte. Das Ende ist im Verhältnis zum Rest eher enttäuschend. Es wird im Laufe des Lesens ein großer Spannungsbogen aufgebaut, der dem Ende leider nicht gerecht wird. Im Großen und Ganzen ist es aber sehr spannend und auf alle Fälle lesenswert.
Alfred Andersch: „Sansibar oder der letzte Grund“
Besprechung von Svenja Frohneberg
Herbst 1937: In der Norddeutschen Stadt Rerik landen der kommunistische Funktionär Gregor mit einem Auftrag der kommunistischen Partei und die Jüdin Judith auf der Flucht vor den Nürnberger Rassengesetzen. Vor Ort verbindet sich ihr Schicksal mit dem Fischer Knudsen und dessen Schiffsjungen, sowie dem Pfarrer Helander. Helander versucht mit allen Mitteln die bedrohte Skulptur „Der lesende Klosterschüler“ von Ernst Barlach ins Ausland, nach Schweden, zu retten. Diese Skulptur verbindet die Gruppe trotz anfänglichen Misstrauens und verschiedener Interessen nach und nach.
Knudsen, Gregor und der Schiffsjunge bringen den Klosterschüler und Judith mit Knudsens Schiff nach Schweden, fahren aber dann trotzdem wieder nach Deutschland einem ungewissen Schicksal entgegen. Pfarrer Helander, der anfangs schon todkrank ist, widersetzt sich der Verhaftung und wird erschossen.
Alfred Anderschs Erzählung konzentriert sich auf die Handlungen und Empfindungen der bedrohten und verfolgten Gruppe. Der Terror wird nur andeutungsweise in Spitzeln und Beamten personifiziert (es spielt ja alles während der NS-Zeit), er ist allgegenwärtig und namenlos, so dass auch nie etwa von Nationalsozialisten die Rede ist, sondern immer nur von „den Anderen“.
Der Titel „Sansibar oder der letzte Grund“ bezieht sich auf einen Tagtraum des Jungen, in dem Sansibar kein spezielles Ziel ist, sondern vielmehr den Ort einer besseren Zukunft darstellt.
Das Rerik des Romans ist eine Mischung aus den realen Städten Rerik und Wismar. Der Lesende Klosterschüler dagegen ist nicht ausgedacht, sondern eine ca.1, 15 m große Plastik von Ernst Barlach.
Der Roman ist in 37 Kapitel eingeteilt, die in einem Wechsel der Personenkonstellation geschrieben sind, immer in dem Schema Junge - andere Person - Junge - andere Person. Die erzählte Zeit beträgt 27 Stunden. Typisch für Andersch ist auch die Darstellung der Ereignisse aus der Sicht der jeweiligen Beteiligten, auch in ihrer charakteristischen Sprache, wie zum Beispiel bei Judith, die ein gehobenes Deutsch, und Knudsen, der eher eine Umgangssprache spricht. Allerdings ist es nicht in der Ich-Form, sondern in der personalen Erzählweise geschrieben.
„… – Judith schauerte zusammen: alles ging sie nichts an. Ich hätte mir doch ein Zimmer nach vorne raus geben lassen sollen, dachte sie, da hätte ich wenigstens den Hafen gesehen, nachsehen können, ob ausländische Schiffe da sind, die mich mitnehmen können.“
Alfred Anderschs „Sansibar oder der letzte Grund“ ist ein unglaublich fesselndes Buch, es ist relativ einfach geschrieben und der ständige Perspektivenwechsel lässt einen die Geschichte der Gruppe sehr intensiv miterleben, es verleiht ihm einen persönlichen Hauch. Wegen des authentischen Charakters des Jungen ist diese Lektüre auch sehr für Jugendliche zu empfehlen. Außerdem ist das Thema bis heute noch sehr präsent und dieser Roman schildert die Gefühle und den Mut, den diese wenigen Menschen hatten, sich gegen die Nationalsozialisten aufzulehnen.
A Long Way Down
Der Leistungskurs Englisch von Heike Stüwe hat im zweiten Halbjahr 12 zum Thema "Great Britain - Tradition and change" aufgrund einer Empfehlung von Johanna Thiel den Roman "A long way down" des zeitgenössischen britischen Autors Nick Hornby gelesen. Von ihrer Lehrerin inspiriert schrieb jede(r) Schüler/in begleitend zur Lektüre ein "Reading Journal" mit Charakterisierungen, einer Buchbesprechung und einem kreativen Text, so z.B. ein Interview mit dem Autor, eine dazu erfundene Textstelle oder ein alternatives Romanende.
Die Kritiken der SchülerInnen fielen sehr unterschiedlich aus, so lobte ein Schüler den Roman als das beste Buch, das er je gelesen habe; ein anderer nannte die Lektüre "a waste of time". Vielleicht wecken die Texte eure Neugier und ihr greift selbst zu "A long way down" und bildet euch euer eigenes Urteil.
Die Autoren der folgenden Texte sind:
Aron Brück, Corinna Dönges, Rebekka Donges, Marcel Faulstich, Martin Flindt, Mischa Flinspach, Nicolas Groß, Anna Harvolk, Jessica Heck, Henrika Jung, Lukas Kreis, Leo Olson
Annika Schmitt, Vanessa Seibt, Felix Stuy, Johanna Thiel, Debora Wegner, Ahmed Zaheri
Book Review on „A Long Way Down“
A long way down is a comedic novel written by the British author Nick Hornby.
It was published in 2005 and deals with the subject of suicide and how a group of four people tries to disengage from the thought of killing themselves.
Martin Sharp, a middle-aged man, was once a famous TV host. He had a wife and kids and loads of money. But then he slept with a 15-year-old, was imprisoned and his life changed for the worse in every aspect.
Maureen is 51 years old. She has a 20-year-old disabled son called Matty. She always had to take care of him and due to that didn’t have a life for about 20 years.
Jess Christon is the 18-year-old daughter of the Junior Education Secretary, though she’s exactly the opposite of educated.
When she was 15 her older sister ran away and her life went down the tube more than ever.
And the last is JJ. A mid-twenty American musician, whose band and relationship, for whom he moved to England, just broke off.
All four of them have something in common. They want to throw themselves off the top of a tower block in London.
There they meet accidentally and within approximately four months their lives change a lot, even though they all don’t get along that well.
Hornby decided to write from four different points of view. I think this is a fantastic way to project one’s thoughts into the persons described in the novel. You always have the feeling that they are addressing the reader directly and so you feel like being a bit part of the story.
Just like Nick Hornby always does, the novel is pretty funny most of the time, yet I think a bit more philosophical and serious than e.g. his book “High Fidelity”.
He picked four persons as protagonists who couldn’t have been more different:
A former hip talk show host, a prudish and religious 51-year-old woman, a “fucking lunatic”(page 17) teenage girl with no manners and an American musician who always dreamed of being a rock star.
Though the four of them have nothing in common and obviously don’t really like each other, they accomplish to not kill themselves.
I think it is remarkable how he describes it and how the reader never doubts something like that could really happen. (Like, a group of people meeting on a roof etc.)
The characters seem to be taken from real life, or at least the thought, that they might exist in real life, doesn’t seem unrealistic to me.
Especially Jess, uses loads of slang words and of course swears all the time.
I reckon this is something Nick Hornby really loves, hence he mostly writes his novels in colloquial English and makes his protagonists swear a lot.
Another astonishing aspect is, that Hornby had to switch between four different ways of talking during he wrote and even had to write in American slang.
So of course his writing style can be called rather informal than formal.
This leads me to the assumption that the intended audience are rather young people (teenagers and young adults)
I guess Hornby’s main idea was to show that suicide is something quite banal, as he mentions in the interview, but that one can be able to get his will for life back. So you should think about such a decision very carefully.
All in all, I would say the author reached all his goal and even made me realise that I should try as much as I can in life (Maureen inspired me)
I love his British black humour and adore his way of writing.
Even the title itself “A Long Way Down” appears funny to me, especially when you first just know, that it’s about suicide.
As, I think, always the story takes place in London, which makes you project your thought way much better into the story, because everyone knows London at least from television, films or whatever.
I also regard it as being very good, that the protagonists aren’t completely different people whose life has changed for the better in every aspect as if by magic.
I guess that’s what not very talented authors would probably do, but he is talented, so I never doubted, there would be a cool ending.
Yet I must admit, that sometimes unimportant issues where drawn out a bit, I sometimes didn’t want to keep on reading.
But though, I would definitely recommend it, especially for people who like Nick Hornby (such as me). But I think it is not such a good novel to read in school, because suicide isn’t such a interesting subject for many pupils. High fidelity would suit much better, I guess, because it is about music.
I also have to say, that A Long Way Down cannot defeat his other best selling novels.
Yet it is a lovely book and everyone should definitely see it for him or herself.
I liked it.
A letter from Jen
Dear whoever…
I don’t know why I write this letter because nobody will read it. But some people say that it’s easier for you when you write your problems down or when you write a letter to your heart or your soul or your mind or whatever. Fuck! I’ll go through with it now.
My name is Jen and I’m 23 and five years ago I left my family. My mum, my dad and my sister Jess. The only one I miss is her.
I have a boyfriend and his name is David and he’s 26. I also have two children. Daughters. They’re twins. But David is not their father. The father of my daughters is a fucking idiot! And my girls are the reason why I left my family five years ago. I was 18 and I found out that I was pregnant and it was the worst thing that could happen to me because I hate kids. I really hate them. They’re loud, dirty and fucking stupid! I didn’t know what to do because it was too late for an abortion. I knew that my parents wouldn’t understand it. They would just reproach me with it and dad would say that it’s impossible because he’s a politician and it would be in the news blah-blah.
Therefore I left them and it’s okay for me. I’m happy. Now I live in Dundee, Scotland, with David and the girls. We live in a little old-fashioned house and sometimes I work in a tea shop. I do it in order to do something because David earns enough money for the family and during the day he’s at work and the girls are at nursery school.
I’m happy. But I miss Jess very much. I’m very upset about it but I couldn’t tell her the truth. She was such a clumsy girl and I’m sure she still is and someday she will tell mum and dad. Maybe I will visit her in a few years when she’s ready for it. And when I am ready for it.
I hope she’s fine and doesn’t have any foolish ideas because I know I’ve hurt her. I’m very sorry but there was no other solution.
I hope and I know that we meet again someday. Everything is going to be alright.
Jen
Characterisation
In the following I’m going to characterise the protagonist Jess Chrichton.
Though all four of them, maybe except JJ, are very widespread concerning their problems, I reckon that Jess is the one who needs help even more than the others.
She is the youngest, so her problems started during a period of growing up, which is not good. It is harder to change something when it started in a time like this.
Jess Chrichton is 18 years old and lives in London together with her father.
The author makes no mention about her outward appearance
She probably has not finished school yet, though the reader does not really come to know it precisely.
She has tons of problems at home.
Her father is Junior Education Secretary and her mother lives separated from them.
When Jess was about 15 her older sister Jen ran away and never came back.
It is assumed that she committed suicide.
This produces a lot of tension in the family.
Jess is offensive, tactless, loud and way too forthright.
Due to that she is unable to maintain a friend- or relationship, obviously because people get annoyed by her pretty fast.
She swears a lot, in particular using words like “fuck”, “tosser”, “twat” etc.
And anyway her language is not the best.
She doesn’t like reading books nor has interest in culture like music or theatre.
A few months before she thought about killing herself, she had a relationship, let’s rather say “flirt”, with a bloke called Chas.
They even had sex but nevertheless he left her probably because he was scared by her paranoid behaviour and as well by her annoying character.
By the time Jess gets quite obsessed by the thought, that Chas owes her an explanation.
So she stalks him in order to take him to task.
On New Years Eve, she desperately looks for Chas and ends up being amongst nihilistic people at a party in a squat house called “Toppers House”.
Because of one of the party members, she strikes on the idea to throw herself off the top of the house.
When she finally gets there, she first meets Martin and Maureen and then JJ, who also want to kill themselves.
From that moment on her life changes dramatically.
So let me describe her feelings and reasons for her behaviour as well as her development in the novel.
Jess somehow thinks it is partly her fault that her sister left the family, because of the annoyance of her character.
Jess ‘mother is accusing her of stealing Jen’s favourite earrings at the time she disappeared. Hence, she no longer has any trust in her daughter and every conversation ends up being about the earrings. This even enlarges Jess’ feelings of guilt. She know she did not steal them and obviously is hurt that her mother thinks something like that. So she probably reckons, that it doesn’t matter, if she steals money from her parents, when they think she’s stealing anyway.
I think she lacks love by her parents, who completely lost track of their daughter and themselves because of the “Jen-Shock”.
Due to the fact that she misses love and intimacy, she is defiant towards everything her parents do.
For example her lack of interest in education can be traced back to her father’s job and to the circumstance that Jen adored reading.
Her father is the educated snob and she doesn’t want to be like him.
With Martin she does the same, probably because he’s just a bit younger than her father and also a highly educated person.
In general Jess talks about her parents very little because they probably don’t talk that much, this supports my idea that they lost track of her.
I think the fact that she always thinks she’s owed an explanation for everything and doesn’t know when to stop also has its roots in Jenn’s disappearance.
Jen somehow owes her family an explanation as well, but they will never receive it, so Jess transfers this into every other situation in her life.
I also guess her misbehaviour is a conclusion from a lack of education by her parents.
But Jess isn’t a dumb person. Even though she does not have a good general knowledge, she is creative and quick-witted (well, okay she’s quick witted when she wants to insult other people, but it is still quick-witted)
For example on page 201 ff she organises this big date between all their friends and family members, which is quite a good idea.
She is also ambitious if she really wants to reach something, which is a good character trade as well.
As Hornby said she is a metaphor for the creative process and because she philosophies many times(e.g.: page 225 f), I can really imagine her doing something very creative, like being an artist or something like that; even though she has some sort of reluctance against it.
I am not quite sure if her character really changes dramatically during the book. A change of character trades might be that she is less psycho at the end, I noticed.
At least when she meets “No-Dog” and her parents start caring about her there is a fundament on which she can change things.
So my advice would be, that she should make a therapy together with her parents. I don’t think, she is a lost cause.
A Newspaper Article
Jess: “It didn’t take long for the papers to find out. A couple of days, maybe. I was in my room, and Dad called me downstairs and asked me what I’d been up to on New Year’s Eve. And I went, Nothing much, and he went, Well, that isn’t what the newspapers seem to think …”
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!!! SCANDAL !!!
Martin Sharp – Did he sleep with the next girl ?
It is definitely incredible! It is rumoured that Martin Sharp, the ex-presenter of the TV-show “Rise and Shine with Penny and Martin”, did sleep with another girl.
Some years ago, Sharp did sleep with a 15-year-old girl. Hence, he had to spend 3 years of his life in prison. Likewise Sharp lost his wife (Cindy Sharp) and his job as the famous presenter of “Rise and Shine with Penny and Martin”. Now he is out of prison – But did he do it again?
According to an unknown source – Yes!
Rumour has it that Martin Sharp celebrated New Year’s Eve in ways that are a kind of “special”!
The “unknown source” claims that he/she saw Sharp with another young girl. Furthermore the girl was not a “nobody” – Quite the opposite ! The girl was no less than the daughter of a politician. She is the daughter of the Education Secretary to be exact! – The daughter of Mr. Crichton !! The whole nation is racked by this scandal.
Neither Mr. Crichton, nor his daughter nor Martin Sharp did have commented this rumour until now, but because of the Sharp’s past … It might be true.
It is sure that Crichton’s daughter is not under age. Her full name is Jess Crichton and she is 18 years old. Hence, Sharp will not have to “visit” prison again, but it is still a scandal.
There is more to it than that.
According to eyewitness accounts, there were two more persons accompanied by Jess Crichton and Mr. Sharp – A woman and a man! It is unsure, how far they are included in the relationship between the 18-year-old girl and the middle-aged man.
We are talking about a woman, round about 40 to 50 years old and a tall, long-haired man, who might be 20 to 30 years old and was eating a pizza.
No one knows, who this man could be, but reportedly, he wear a leather jacked.
All together, they were seen at a party in the so called “Topper’s House”.
Different people committed suicide by jumping from the building in former times, which fuels the speculations that they maybe had the same idea.
However, it is certainly not easy for the Education Secretary and Crichton to get along with such reports and rumours.
The questions are: Could this scandal be true? And who are the other two persons?
The involved people, Crichton, his daughter or Sharp have to take a stance – sooner or later …
By Tony White
Survey
The novel „Along way down“ by Nick Hornby is a dark comedy told from the four main characters points of view. Each chapter is written in the first-person narrative, but is told by a different character. Each of them has a different kind of language (logical, rude, colloquial and honest). Sometimes the same situation is told from several points of view, but most of the time the narrator continues where the previous one stopped.
These four main characters are Martin Sharp, Maureen, Jess Crichton and JJ (John Julius). They all have the same intention, though they have different reasons and backgrounds, they want to commit suicide. On New Year’s Eve they meet at the top of a high building (Topper`s House) and disturb each others’ plans. They introduce themselves to each other and tell their stories. Jess has problems with her family and her boyfriend left her, Maureen has a disabled son, Martin was in jail, because he slept with a minor girl, his wife left him and he is not allowed to see his daughters and JJ is an unsuccessful musician, but he pretends that he has a serious disease. Though they are entirely different, they decide to help each other and to wait with their suicide until Valentine’s Day.
The next day are articles about Jess and Martin in the newspaper which claim that they have a relationship (Martin was a famous presenter and Jess is the daughter of the junior minister for education) and a suicide pact. Jess tries to earn some money with this story and states that she and the others have seen an angel who convinced them not to jump. After some calamitous interviews, she admits that she invented everything. They meet several times to discuss their situation and, for avocation, read some books by people who committed suicide. With the money they earned with the interviews, they finance a vacation in Tenerife. They get to know each other better. Maureen and JJ become friends; Jess and Martin have a big brawl. Despite their argument, Jess wants to conserve the group. On Valentine ’s Day, they meet as planned on top of the building to discuss their plans, but they are not alone. A man sits on the edge of the roof where they tried to commit suicide before. They try to keep him from jumping and offer him to join their group but he does not want to listen and jumps.
The following day Martin tells the others about a scientifically theory which states that a depression and the will to commit suicide only last 90 days. They resolve to wait until these 90 days have passed and to prolong their “deadline”. Jess organises a meeting with all their relatives and friends, so they could find a solution for their problems together. The attendants are Jess’ parents, Matty and his caretakers, Martin’s ex-wife, his daughters and his girlfriend, JJ’s ex-girlfriend and his ex-band mate Ed. Soon everything ends in a disaster and everyone fights with his acquaintances. Nonetheless, in the following weeks everyone finds a way to improve his/her situation. Maureen becomes friends with Matty’s caretakers and she finds a job, JJ gets a guitar, a neck-rack and a harmonica and becomes a busker, Martin gets a job as tutor and Jess reconciles with her parents and has a new “boyfriend” Nodog. After the cycle of 90 days, they meet again at the top of Topper’s house and decide to delay their suicide for another six months, because it would be too hurtful for their families and friends if they would die.
In my opinion, the novel starts very interesting and absorbing, but due to the fact that everything is told in simple past, we already know that none of the four will die. The background of the four is well described but apart from Maureen, nobody of them has a real reason to commit suicide. JJ cannot live his dream of being a rock star (a problem many teenagers have, but they become mature and make other plans), Martin has problems with his ex-wife and Jess is sad because her boyfriend left her. After a while, these three would be able to solve their issues. Only Maureen has continuous a problem with her disabled son and her lack of private life. In general, the topic suicide is not handled adequate. They just tell the others about their life and about their issues delay their suicide several times and form a group, but they do not really help each other or do something to solve their problems. It seems as if the first part of the novel is just repeated in the other two. The only moment when I thought ‘Oh this must be the turning point’ was when they met the other man at Topper’s House. But they just brushed it off. If I wrote this book I would have made the characters compare his situation to their own or this would have been the key event when they started to help each other or they realised that they do not want to kill themselves or the group would splitt up, because they do not want to see each other die like the man. Also the fact that their serious situation is treated in a funny way is not appropriate and would not help persons with real problems. If the author treated this topic right and made the characters actually do something to help themselves or others, this book may be able to help people with similar problems than the characters’.
Interview with Nick Hornby
While reading I asked myself, what Nick Hornby himself, might think about his novel „ A Long Way Down“. So I did some research on the Internet and discovered a radio interview conducted in 2005 in an American radio show called “Fresh Air”.
In the following, I will sum up a part of it :
The interviewer mentions a text passage by JJ: “suicide is supposed to be cool”.
At that Hornby explains that he thinks, suicide is romanticised by a current culture of hip and young people. With the awkward situation of completely different people, who actually want to kill themselves in a solitary act, meeting accidentally on the top of a tower block he wanted to point out the banality of suicide and the coolness some people associate with it.
Nick Hornby indeed experienced self-murder in his life as well.
When he was about 21 years old a friend of him committed suicide, by breathing in gas from an exhaust pipe. People knew he was mentally unstable, because of scars on his wrists, yet it was a shock for the author.
Then the interviewer remarks that she considers jumping off a roof as being more painful and one of the most self-punishing ways of killing oneself.
She comes to that conclusion because she reckons, while falling onto the ground people might get doubts and see that they never should have jumped.
Hornby responds that he got his inspiration while doing research on the issue of suicide. He came across a man who survived jumping off the Golden Gate Bridge, who he also mentions in his novel.
The bloke said that he “realised very quickly after jumping that there was only one thing wrong with his life and that was that he just jumped off the Golden Gate Bridge”.
Hornby explains that he wanted the characters to meet at a place where many people can kill themselves because it wouldn’t have made sense if they’d met while they fired at their heads or something like that.
Plus he also wanted his characters to have some form of circumstantial depression not a clinical one, because he regards writing about clinical depression as being pretty flat.
If it’s “just” something circumstantial, every character has to have a dramatic story.
The fact that his characters are somehow kind of rational when they think about throwing them off the roof can be manifested by their feeling of being compelled by their own logic
He chose the topic of suicide because he wants to try to go as dark and as funny as he can in his books within a domestic context. This can only be reached if his characters are situated in extreme situations, due to the fact, that he knows his characters would never do something as extreme as that. Also suicide is a topic everyone is aware of.
On Maureen the interviewer remarks that she is neither ironic and nor familiar with pop music, which is quite untypical for Hornby.
He agrees on that, but describes Maureen as being the soul of the book.
What I regarded as being funny, is the part where Hornby reads out the passage on page 58/59 where Maureen talks about Matty. After reading, he says: “It’s got jokes in it as well!”
This led me to the conclusion that he must be such a cool man beyond writing.
When he was a teacher, he used to teach teenagers like Jess.
She is a metaphor for a creative process.
I left out the rest of the interview, because otherwise if would have been too long.
Creative task by Aron Brück
Maureen, the 51 year old, lonely, religious, quiet mother of a disabled son Matty, worries about her status in the group. She has doubts that the others may think she's too old for them. She likes the contact with others people, my own question is now:
How would Maureen feel, if the others would exclude her, and do you think she would kill herself?
I think it would be very hard for Maureen, because since the birth of her only child, which is disabled, her life was over, because she cared about him 24/7. With Martin, JJ and Jess she felt alive again and life became worth living again. Before she met the others on Tropper's house she had no chance to go on vacations, or visiting parties. It really made Maureen stronger not to jump from the roof, she became carefree.
Her self-esteem would be gutted if the others had exclude her, but she would not kill herself, because she learned that life is a present of god and her task is to make the life of her son as good as she's able to.
Imagine her son would die unexpectedly, would Maureen be happy or sad?
I guess she would feel shocked at first, but as time goes by she would be fully integrated in a new life, with a new man and new beliefs and dreams. She would thank god and realize that Matty's death was on one side her end, but at the same time the start of a new life. With the help of JJ, Martin and Jess she finally found out, that she hasn't to be this conscientious mother without any fun in her life. So if Matty really would die, a new life of happiness would begin, as hard it sounds.
Andreas Steinhöfel: „Die Mitte der Welt“
Lese-Erfahrungsbericht von Carolin Modersohn
Der im Jahre 1998 erstmals erschienene Roman „Die Mitte der Welt“ handelt von Phils Lebensgeschichte.
Der Jugendroman beschäftigt sich mit kritischen Themen des Erwachsenwerdens und der Homosexualität.
Phil, ein homosexueller Siebzehnjähriger, der mit seiner Mutter und seiner Zwillingsschwester in einem Landhaus am Rande eines französischen Dorfes wohnt, erzählt seine Geschichte aus der Ich- Perspektive. Dabei springt er immer wieder aus der Gegenwart in die Vergangenheit, um den Verlauf der Dinge zu begründen. Weiterhin erzählt Phil von seinem ersten Freund und seinen Erfahrungen, sowie von seiner Mutter und Schwester.
Phil beschreibt all eine Wahrnehmungen sehr sachlich und detailliert.
Für den Leser ist der Roman etwas Ungewöhnliches. Er stellt „Die Mitte“ von Phils Welt dar, diese ist sein Leben und die aktive Auseinandersetzung mit seinen Problemen und seiner Sexualität.
Weil der Autor Phil immer wieder vom Erzählen des gegenwärtigen Geschehens durch Begründungen aus der Vergangenheit abbringt, ist es zu Beginn schwer, den Leser an das Buch zu fesseln, da keine Spannung aufgebaut wird.
Insgesamt besteht der Roman aus vielen kleinen Geschichtchen, die man ebenso gut als Kurzgeschichten hätte herausbringen können, doch kommt der Autor immer wieder auf diese zurück, sodass sie für das Verstehen der Handlung notwendig sind.
Ich empfehle den Roman weiter, weil er zum Nachdenken anregt, ein kritisches Thema anspricht (Homosexualität) und in einem gut verständlichen Stil geschrieben ist.
Heinrich Böll: „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“
Eine Empfehlung von Annika Kern
Ich habe die Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll gelesen. Sie handelt von der Geschichte einer Hausgehilfin namens Katharina Blum, die zufällig mit einem gesuchten Rechtsverbrecher Bekanntschaft macht. Diesem verhilft sie zur Flucht. Dabei gerät Katharina in den Mittelpunkt der Berichterstattung von Zeitung und Polizei. Unter dem Druck der Verfolgung bricht sie zusammen. Sie erschießt schließlich aus Verzweiflung einen Sensationsreporter.
Nach zahlreichen Verhören und Beschuldigungen ist Katharina nicht mehr, wie sie einmal war. Sie wird durch die „ZEITUNG“ den Leuten bekannt gemacht und diese sehen sie nun als intrigante Frau, die einen Fall vertuscht. Sie kann kein normales Leben mehr führen und fühlt sich eingeengt. Sie wirkt teilnahmslos und lässt sich nicht mehr helfen.
Die Erzählung von Heinrich Böll ist in 58 kurze Kapitel eingeteilt, die teilweise nur eine halbe, teilweise mehrere Seiten lang sind. Heinrich Böll spricht meiner Meinung nach ein sehr aktuelles Thema an, nämlich: Die Medien und ihre Auswirkungen auf die bzw. den Menschen. Vor allem die frei erfundenen Zitate der Presse, die Menschen angeblich gesagt haben sollen, finde ich erschütternd und verachtend. Wie auch in Heinrich Bölls Erzählung werden in Zeitungen Geschichten preisgegeben, die weder stimmen noch wirklich erzählt wurden. Menschen wie Katharina Blum, die ein ganz normales Leben führen bzw. führten, stehen durch solche Aktionen unter Druck und fühlen sich gedemütigt. Menschen sind machtlos gegenüber der Presse, besonders gegenüber der Zeitung. Es wird ihnen ihre eigene Meinung verboten. Besonders Katharina verliert im wahrsten Sinne des Wortes ihre Privatsphäre.
Insgesamt hat mir die Erzählung sehr gut gefallen, weil sie, wie gesagt, ein sehr aktuelles und wichtiges Thema behandelt, was die gesamte Gesellschaft betrifft. Sie spricht außerdem mehrere Themen gleichzeitig an (Verbrechen, Unschuld, Flucht, Druck), die dann zu einem Großthema zusammengefasst sind, was jeder versteht und nachvollziehen kann. Auch an der Sprache erkennt man, dass sich die Erzählung auf die heutige Gesellschaftssituation bezieht. Die Tatsache, dass Katharina Blum einen Reporter erschießt, zeigt die Verzweiflung, die ein Mensch durch den Druck öffentlicher Medien verspürt und welche Auswirkungen dieser haben kann.
Allerdings habe ich auch Negatives zu bemerken. Meiner Meinung nach werden an einigen stellen der Erzählung zu viele Details beschrieben, die das Lesen langweilig machen. Außerdem finde ich die Erzählung an manchen Stellen verwirrend. Zum Beispiel fängt sie sozusagen mit dem „Ende“ an, soll heißen, dass zuerst der Mord Katharina Blums an dem Reporter beschrieben wird und erst nach Kapitel zwei die Geschichte richtig anfängt und der Grund des Mordes klar wird. Da ich mir zuerst die Inhaltsangabe durchgelesen habe und andere Erwartungen hatte, finde ich persönlich den Anfang verwirrend. Heute denke ich aber, dass es die Absicht Heinrich Bölls war, die Geschichte so zu beginnen, um sie außergewöhnlich und spannend zu machen.
Hermann Hesse: „Unterm Rad“
vorgestellt von Jasmin Lissitsin
Wie mir das Buch in die Hände fiel
An einem regnerischen Herbstnachmittag gab mir meine Mutter die Aufgabe, den Dachboden aufzuräumen und da ich ohnehin nichts Besseres zu tun hatte, willigte ich ein. Offensichtlich wusste ich in diesem Moment nicht genau, was auf mich zukommen würde. Denn als ich die gut versteckte Luke in der Decke öffnete und mir erste Spinnenweben und Staubwölkchen entgegenkamen, sah ich in nicht allzu weiter Ferne unzählige Haufen und Stapel alten Gerümpels. Gespannt darauf, was ich dort oben alles finden würde, kletterte ich die wackelige Treppe hinauf und begann mit der Inspektion. Alles, was unbrauchbar oder kaputt war, sollte ich wegschmeißen, den Rest sortieren. Wenn mir etwas gefiel, durfte ich es behalten. Im ersten Augenblick kam mir dieses Chaos ziemlich unspannend vor, weil ich nur ausgetrocknete Farbeimer, Elektrogeräte, Kisten und Teile von Gartenmöbeln fand. Doch zwischen meinem alten Puppenhaus und dem grasbefleckten Zelt sah ich eine kleine Truhe. Ich stellte sie beiseite und als ich fertig war, ging ich mit ihr runter und fragte meine Mutter danach. Diese erzählte, dass sie in dieser Truhe alle ihre früheren Lieblingsbücher gelagert hat, um sie beim Umzug nicht zu verlieren. Da ich sehr gerne Bücher las, bot sie mir an, einen Blick auf sie zu werfen. Und tatsächlich fiel mir zwischen vielen dicken Romanen und Krimis ein kleines Taschenbuch mit dunkelblauem Umschlag und pinkem Titel ins Auge: „HESSE, Unterm Rad“. Bis heute weiß ich nicht genau, warum ich in diesem Augenblick den Instinkt verspürte, dieses Werk zu lesen, aber ich tat es. Vorerst habe ich ein bisschen recherchiert und möchte mein gewonnenes Wissen von vor und nach dem Lesen gerne weitergeben.
Unterm Rad ist eine von Hermann Hesse geschriebene Erzählung, die 1906 erschien. Dieses autobiografische Werk ist der bedeutendste und meistgelesene Schulroman, welcher außerdem der provozierendste und folgenreichste von Hesse ist. Mittlerweile beläuft sich seine Auflage auf zwei Millionen Exemplare. Als Taschenbuch ist es schon für 6 Euro zu erhalten.
Der Autor
Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 in Calw geboren und starb am 9. August 1962 in Montagnola. Er ist deutsch- schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Freizeitmaler. Sein Werk wird bestimmt von dem Gegensatz Geist - Leben (Natur) und weist Psychoanalyse und IEelemente der indischen Philosophie auf. Seine bekanntesten literarischen Werke sind „Der Steppenwolf“, „iddhartha“, „Peter Camenzind“, „Demian“, „““Das Glasperlenspiel“.
Ihm wurden unter anderem 1946 der Nobelpreis für Literatur und 1954 der Orden Pour le mérite für Wissenschaft und Künste verliehen.
Handlung
Hans Giebenrath wächst als Halbwaise in einer Kleinstadt im Schwarzwald auf. Nach einer halbwegs unbeschwerten Kindheit wird er von seinem Vater, der von mehreren Schulmeistern und dem Pfarrer davon überzeugt worden ist einen außergewöhnlich talentierten Sohn zu haben, zum Einzelunterricht geschickt um die alten Sprachen und die Mathematik zu erlernen. So kann er sich auf das Landesexamen in Stuttgart vorbereiten, bei dem er als einziger aus der Stadt antritt.
Hans’ Lehrern ist nicht bewusst, was sie mit ihm anrichten, indem sie ihm so viel Stoff zumuten. Ihnen ist es egal, was im jungen Giebenrath vorgeht oder was er im Moment durchmacht, das einzig Wichtige ist, ihm so viel Stoff wie möglich in kürzester Zeit einzutrichtern. Warnungen vom Schuster Flaig werden ignoriert. Als Hans es dann tatsächlich zur Qualifikation des Landesexamens schafft und dann auch noch den zweiten Platz macht, ist die Freude groß und besonders Joseph Giebenrath ist unendlich stolz auf seinen Sohn. Doch statt ihm die wohlverdienten Ferien zu gönnen wird ihm noch mehr Lernstoff aufgehalst, um einen Vorsprung aufzuarbeiten.
Hans gerät „unters Rad“, das ihn später zerbrechen wird. Und so kommt es dazu, dass er schon müde an Seele und Geist im Evangelischen Seminar in Maulbronn eintritt. Dort kommt noch mehr Griechisch, Latein und auch noch Hebräisch auf ihn zu. Viel wichtiger jedoch als die hirnlose Lernerei stellt sich die Freundschaft zum Schüler Hermann Heilner für ihn heraus. Dieser ist so etwas wie ein Vorbild für Hans, da er Dichter und Schwärmer ist und sogar schon ein Mädchen hat, welches er küsste. Durch ihn hat er Teil an einer ihm bisher unbekannten Welt.
Es dauert nicht lange, bis Heilner die Lehrer, anderen Schüler und später auch Hans, der sich von ihm distanzieren soll, gegen sich aufbringt. Dieser leidet sehr unter dem Verlust ihrer Freundschaft und versöhnt sich wieder mit ihm. Nach diesem Entschluss blüht besonders Hans in der Freundschaft auf, gerät aber bei den Lehrern in Misskredit, da sich seine Leistungen verschlechtern und er immer unaufmerksamer wird. Heilner wird der Schule verwiesen und Hans’ Zustand wird immer schlimmer, er gerät in Tagträumereien, erleidet später einen Zusammenbruch und wird nach diagnostiziertem Nervenleiden nach Hause geschickt. Dort soll er sich erholen, hegt jedoch Suizidgedanken. Außerdem kommen noch eine Reihe Kindheitserinnerungen, die große Liebe und auch unangenehme Dinge auf ihn zu.
Auf welche Probleme er stößt und welche Hürden er noch überwinden muss, gilt es selbst herauszufinden.
Fazit
Hesse hatte mit seinem Werk unter anderem das Ziel, das Schulsystem Anfang des 20. Jahrhunderts zu kritisieren und sogar eine Reform herbeizuführen. Außerdem hat es einen autobiografischen Hintergrund. Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Hans’ Heimatstadt und Calw. Des Weiteren verarbeitet Hesse seine damalige Zeit im Evangelischen Seminar Maulbronn und spiegelt sich und seine früheren Gedanken in den Personen Hans und Heilner wider.
Das wichtigste Symbol des Werkes ist das Rad, welches im Laufe des Romans immer wieder vorkommt. In seiner Kindheit baut Hans Wasserräder, die ihm abgenommen werden, im Seminar wird er davor gewarnt „unters Rad“ zu gelangen, er lernt Emma kennen und fühlt sich wie eine „vom Wagenrad gestreifte Wegschnecke“ und als er seine Lehre als Mechaniker beginnt, arbeitet er an Zahnrädern. Das Rad verfolgt ihn quasi sein ganzes Leben lang und symbolisiert etwas Erdrückendes, mit dem er zu kämpfen hat, es aber nicht bezwingen kann.
Mein Eindruck
„Unterm Rad“ fand sehr großen Anklang, besonders als Schulroman. Ich habe das Werk privat gelesen und fand es auch interessant und lehrreich. Am besten haben mir die Beschreibungen der Natur gefallen, in die die Figur Hans eingebettet war. Durch sie konnte man sich alles sehr bildlich vorstellen, ich hatte zeitweise sogar das Gefühl selber im Wald zu liegen und die Umgebung mit eigenen Augen zu erkunden. Außerdem hat es mir gut gefallen, dass die ganze Lebensgeschichte von Hans verfolgt wurde, dass man immer seine Gedanken kannte und der Autor nicht von einer Person zur anderen gesprungen ist. Jedoch sind manche Lebensabschnitte des Protagonisten meiner Meinung nach etwas zu lang gezogen. An manchen Stellen hatte ich den Eindruck, dass Hans die ganze Zeit das Selbe macht, was er ja auch tut, aber durch sein ewiges Lernen habe ich kurzzeitig das Leseinteresse verloren.
Des Weiteren habe ich etwas über das Schulwesen um 1900 gelernt und dass – auch wenn Hans Giebenrath ein krasses Beispiel ist – zu viel Lernerei auch negative Seiten hat und in schlimmen Fällen zur Überbelastung und Krankheitszuständen führen kann.
Im Großen und Ganzen ist das Werk auf jeden Fall weiterzuempfehlen und zwar nicht nur als Schulbuch sondern auch als Privatlektüre. Besonders Eltern, die ihre Kinder schulisch zu sehr antreiben, sollten mal ein Auge darüber schweifen lassen, um solche Eskalationen wie die von Hans zu vermeiden.
Hermann Hesse: „Der Steppenwolf“
empfohlen von Vanessa Schmieden
Der Roman „Der Steppenwolf“,1927 geschrieben von Hermann Hesse (1877-1962),
erzählt die Geschichte von einem Mann namens Harry Haller, der seine Existenz verloren hat und so zum verschlossenen Einzelgänger geworden ist.
Zu Beginn des Buches wird Harry Haller aus der Sicht eines Mannes, der eine Wohnung an ihn vermietet, als ein freundlicher aber doch weltfremder und introvertierten Mensch beschrieben. Man sieht ihm an, dass er begabt und gebildet ist, doch redet er kaum mit Jemandem. Aus Beobachtungen erfährt der Mann einiges über Hallers Leben .Nach dem Verschwinden von Harry findet der Mann ein Tagebuch von ihm,in dem die ganze Lebensgeschichte von Harry Haller geschrieben steht. Darin bezeichnet er sich selbst als Steppenwolf. Denn Harry sieht sich zwar als Mensch, das heißt in einer Welt von Gedanken und Gefühlen, aber auch als einen Wolf in einer Welt von Trieben und Wildheit. In seinem Tagebuch beschreibt er, wie sein Familien-und Berufsleben auseinander bricht, nter anderem, weil er sich als Kriegsgegner bekennt, vereinsamt er und zieht sich immer mehr zurück. Er ekelt sich vor der Gesellschaft und schafft es kaum noch sich zu integrieren. Sein Tagesablauf besteht darin, sich zu betrinken und in den Tag hinein zu leben. Selbst Mordgedanken gehen ihm nicht aus dem Kopf.
Bis er Hermine kennenlernt.
Sie zeigt ihm wieder Freude am Leben zu erleben, lehrt ihn das Tanzen und bringt ihn unter Leute wie Pablo, der ihn in die Welt der Drogen einführt. Am Ende führt Pablo Hermine und Harry in sein Magisches Theater, was Harry zeigen soll mittels Humor zu lernen in dieser Welt zu bestehen.
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich am Anfang etwas skeptisch war, da man sich erst in das Werk hineinlesen muss. Denn das Buch steigt nicht direkt in die Handlung ein, sondern wird durch das Vorwort des Herausgebers (dem Neffen von Hallers Vermieterin) eingeleitet. So erhält der Leser einen persönlichen Eindruck des „Steppenwolfes“. Es erfolgt dann ein Hinweis auf dessen hinterlassene Aufzeichnungen, die einen umfassenden Einblick in die Seele des Steppenwolfs liefern. Überraschend war, wie gut man diese leidende Seele eines Menschen widerspiegeln kann. Hinter jedem Satz war ein philosophischer Hintergedanke zu vermuten, was für mich ein Grund war sehr viel darüber nachzudenken. Mich beeindrucken die Gedanken, die Hermann Hesse in dem Buch wiedergibt, aber auch die Beschreibung der knallharten Realität, wenn man nicht mehr weiter weiß.
Trotz der fast im ganzen Roman vorhandenen bedrückenden Stimmung, der Selbstzweifel Harry Hallers und seines Verlangens, dieser verhassten bürgerlichen Welt zu entfliehen soll das Buch doch etwas Positives vermitteln, ämlich, dass es immer einen Ausweg gibt, auch wenn man glaubt, das Leben habe keinen Sinn mehr. Damit meine ich nicht den Ausweg Suizid zu begehen, sondern noch etwas aus seinem Leben zu machen.
Etwas erschreckend ist die Perversion, die in manchen Textabschnitten zum Ausdruck kommt. Die besten Beispiele finden sich hierfür im Magischen Theater. Nach der Einnahme eines Halluzinogens befindet sich Harry in einem Theater mit verschiedenen Türschriften wie „Anleitung zum Aufbau der Persönlichkeit“. Hier trifft Haller auf seinen Jugendfreund Gustav, mit dem er zusammen gegen die technisierte Welt, -,die Schuld am Krieg hat,-, ankämpft. Gemeinsam schießen sie in einer anarchischen Welt auf alle Automobile und löschen die Menschheit aus. Bei der Jagd auf die Automobile wird deutlich, dass hier der Wolf in Harry die Oberhand hat. Danach gelangt er in eine Art Zirkus „Wunder der Steppenwolfdressur“, in der gerade ein Tierbändiger auftritt. Dieser Dompteur lässt einen halbverhungerten, scheuen Wolf allerlei Kunststücke vorführen, es geht sogar soweit, dass er auf Befehl ein Lamm verschont .Doch dann wechselt die Rollenverteilung und der Wolf befiehlt dem Menschen, das ihm widerfahrene Leid ebenfalls auszuführen. Der Mensch führt sich auf, wie man es von einem Wolf erwartet. Er zerreißt und frisst die Tiere.
Der Titel des Romans ist sehr gut gewählt, da Harry Haller eines abends, als er wieder einmal durch die regennassen Gassen streift, ein kleines Büchlein überreicht bekommt, den "Traktat vom Steppenwolf", worin von Harry, dem Steppenwolf, zu lesen ist, einem Menschen, der mit zwei Seelen, einer menschlichen und einer wölfischen, mehr schlecht als recht lebt, da diese selten im Einklang sind. Es ist eine Selbstdarstellung Harrys, eine Art "innere" Biographie, die der eigentlichen Geschichte schon vorweg nimmt, was Hallers Probleme sind und worin deren Lösung zu finden ist. Der Titel Steppenwolf regt an, Vermutungen anzustellen, worin es in dem Buch gehen könnte. Aus diesem Grund habe ich mich für dieses Buch entschieden.
Ich würde diesen Roman von Hermann Hesse Leuten weiterempfehlen, die gerne über den Sinn des Lebens nachdenken und sich Zeit nehmen, nachzuvollziehen, was der Autor genau mit seiner Aussage meint. Teilweise sind die Sätze sehr schwer zu verstehen, sodass es keine einfache Lektüre ist ,die man schnell zwischendurch lesen kann. Das Thema wird immer aktuell bleiben, denn viele Menschen waren sicher schon einmal in der gleichen Situation wie Harry Haller und können sich mit ihm identifizieren.
Khaled Hosseini: „Drachenläufer“
vorgestellt von Britt Stelz
Kabul im Jahre 1975: Hier wachsen Amir und Hassan auf. Die beiden Jungen verbindet eine innige Freundschaft, obwohl sie unterschiedlichen Gesellschaftsschichten angehören. Amir ist der Sohn eines reichen Geschäftsmannes. Hassans Vater ist dessen Diener, er gehört der Minderheit der Hazara an. Ihre unterschiedliche Herkunft stört die Jungen nicht, zusammen bereiten sich Hassan und Amir auf einen Wettbewerb im Drachensteigen vor. Diesen möchte Amir unbedingt gewinnen, um seinen Vater stolz zu machen. Hierzu braucht er allerdings die Hilfe seines Freundes Hassan, der als bester Drachenläufer Kabuls gilt. Die Freundschaft zwischen Amir und Hassan hält allen Herausforderungen der Nachbarschaft stand, doch am Ende des Wettkampftages zerbricht sie und Amir verrät seinen Freund Hassan. An diesem Tag trennen sich die Wege der Jungen und die Leben beider verändern sich drastisch. Amir und sein Vater fliehen aus Afghanistan, nachdem ihr König gestürzt wurde, und landen in den USA. Dort leben sie in einer Gemeinschaft mit mehreren Flüchtlingen. Amir studiert, heiratet und führt ein geregeltes Leben, bis ihn eines Tages ein Anruf aus Afghanistan erreicht. Ein alter Freund seinen Vaters liegt im Sterben, er möchte Amir noch einmal sehen und verspricht ihm seine Sünde begleichen zu können. Amir begibt sich auf eine Reise in sein Vaterland, die ihn tief schürfend verändern wird, denn er wird nicht in das Kabul seiner Kindertage zurückkehren.
Hosseinis Roman handelt von Freundschaft, Liebe, Verrat, Schuld und Sühne. All diese Aspekte werden verknüpft durch sorgfältig ausgewählte Worte und einen wunderbaren Erzählstil. Dieser Roman berührt den Leser. Die erzählte Geschichte ist so gespickt mit Gefühlen, dass man sich manchmal so überwältigt fühlt, als stünde man unter der prallen Sonne in einer der staubigen Gassen Kabuls. „Drachenläufer“ ist keine Geschichte einer wahren Begebenheit, aber dennoch gibt es viele Parallelen zu dem Leben des Autors.
Hosseini zeigt uns zunächst ein ganz anderes Afghanistan, als es heute in unseren Köpfen erscheint. Ein Land, geprägt von seiner eigenen Kultur, zwar strebend nach der Modernen aber dennoch festhaltend an bewährten Traditionen. Er beschreibt aber auch den Wandel des Landes und verschweigt nicht die gegenwärtige Grausamkeit unter dem Regime der Taliban. „ Drachenläufer“ erzählt nicht nur die Geschichte von Amir und Hassan sondern auch die Afghanistans.
„An einem eiskalten, bedeckten Wintertag des Jahres 1975 wurde ich- im Alter von zwölf Jahren- zu dem, der ich heute bin. Ich erinnere mich noch genau an den Moment: Ich hockte hinter einer bröckelnden Lehmmauer und spähte in die Gasse, die in der Nähe des zugefrorenen Baches lag. Viel Zeit ist inzwischen vergangen, aber das, was man über die Vergangenheit sagt, dass man sie begraben kann, stimmt nicht. Die Vergangenheit wühlt sich mit ihren Krallen immer wieder hervor.“
Khaled Hosseinis Roman ist mit Sicherheit nicht das, was man als „leichte Kost“ bezeichnet. Aber deshalb sollte man sich keinesfalls davon abhalten lassen ihn zu lesen. Dieser Roman versucht aufzuklären über die Kultur und Entwicklung Afghanistans, vermittelt Werte wie Freundschaft und Vertrauen und gibt dem Leser die Botschaft mit, dass Vergangenes nicht unbedingt der Vergangenheit angehört. Kaum einer wird diesen Roman unberührt aus der Hand legen können. (Für Lesefaule gibt es eine Verfilmung, die zwar bei Weitem nicht an den Roman herankommt, aber dennoch sehr gelungen ist, und bei der Vorstellung des früheren Kabuls und seiner Umgebung sicher hilft.)
Theodor Fontane: „Effi Briest“
vorgestellt von Elisabeth Dodo
Der Roman ,,Effi Briest" von Theodor Fontane, einem der bekanntesten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, erzählt von der tragischen Lebensgeschichte der jungen Protagonistin, Effi, welche zwischen Sehnsüchten und der Unerfüllheit ihres Seelenheils hin- und hergerissen.
Effi, gerade in ihrem 17. Lebensjahr stehend, von zartem und sensiblem Wesen, die jedoch auch äußerst temperamentvolle, lebendige, leidenschaftliche und von Neugierde geprägte Charakterzüge in sich trägt, wird auf Wunsch ihrer Eltern mit dem 20 Jahre älteren Baron von Instetten verheiratet. Effis Lebendigkeit und Herzensfreude scheinen zuerst nicht getrübt. Obwohl Instetten selbst von galantem und äußerst zuvorkommendem Charakter und stets um die ,,Herzenswünsche" seiner jungen Frau bemüht, scheint Effi nicht glücklich. Als Instetten nach der Hochzeitsreise vereisen muss, beginnen Effi Ängste zu entwickeln, welche vorerst dem ,,Chinesen" zu gelten scheinen, welcher als Geist im Haus ab und an sein Unwesen treiben soll. In Effis Verzweiflung klammert sie sich an den Hund ihres Gemahls, welcher ihr ein treuer Begleiter und Beschützer wird. Sie macht zahlreiche Bekanntschaften, welche jedoch nicht im Entferntesten denen gleichen, welche Effi in ihrem geliebten Hohen-Cremmen verzeichnet hat. Oft von ihrer Einsamkeit und Melancholie überfallen, schreibt sie Briefe an ihre Mutter, in welchen Effi sich ihr über ihre Einsamkeit und Ängste mitteilt. Bald beginnt Effi, die Schwierigkeit ihrer jungen Jahre zu begreifen und sich aufgrund dessen selbst zu kritisieren. Selbst die baldige Geburt ihrer Tochter Annie scheint sie nicht zu beglücken bzw. zu befriedigen. So scheinen Einsamkeit und Melancholie nicht von ihrer Seite zu weichen, bis zu jenem Tage, an welchem sie mit Major von Crampas bekannt wirdVon seiner Anmut und Verständigkeit ihr gegenüber angetan, wird in Effi das Gefühl von ungezwungener, ehrlicher Zuneigung und Verständigkeit geweckt, welches sie vorerst in Verwirrung und Unsicherheit stürzt. Hier beginnt die Zerstreuung Effis Gefühle und der "Kampf" zwischen Tugend, Treue und Liebe, welcher einen tragischen Fortgang nimmt.
Obwohl der Roman 390 Seiten umfasst, ist dieser äußerst ansprechend durch die eindrückliche und detaillierte Beschreibung von Umgebung sowie historischen Begebenheiten, welche dem Leser eine Vorstellung des 19. Jahrhunderts ermöglichen, in welches die Handlung platziert ist. Anhand der Kopplung zwischen historischen Elementen und dem Zusammenführen bzw. Zusammentreffen der einzelnen Figuren unterschiedlichsten Charakters vermittelt Fontane ein eindrückliches Bild der damaligen gesellschaftlichen Positionen und Konflikte.
Ich empfehle diesen Roman. Einziger Nachteil könnte die Länge des Romans sein, die womöglich eine ,Abschreckung darstellen könnte. Für denjenigen, welcher sich jedoch nicht durch die Länge dieses Romans abschrecken lässt, ist er empfehlenswert.
Kevin Brooks: „Lucas“
Eine Empfehlung von Hanna Fiedler
„Es war mein Vater, der die Idee hatte, ich sollte über Lucas, Angel und alles andere, was im letzten Sommer passiert ist, schreiben.“ Mit diesen Worten beginnt Kevin Brooks Buch „Lucas“. Es ist aus der Sicht eines Mädchens geschrieben, welches versucht den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten.
Gleich am Anfang erfährt man, dass Lucas in dem Roman sterben wird. Doch dieses Wissen nimmt die Spannung nicht weg. Im Gegenteil: Man möchte erfahren, aus welchem Grund der Junge gestorben ist.
Cait findet Lucas vom ersten Moment an faszinierend. Doch alle anderen Inselbewohner beschimpfen ihn als Zigeuner und schieben ihm alle möglichen Missetaten in die Schuhe. Am Ende eskaliert die Situation und es beginnt eine wilde Hetzjagd um Leben und Tod.
Der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite sehr spannend geschrieben. Brooks schafft es den Leser völlig in seinen Bann zu ziehen. Einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören zu lesen. Cait, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, beschreibt ihr Gefühle, ihr Denken und ich Handeln sehr genau, und daher fällt es leicht, sich in ihre Situation hinein zu versetzen. Man zittert mit ihr, freut sich aber auch, wenn ihr etwas Schönes passiert. Auf diese Weise wird das Buch nie langweilig.
Allen Mädchen, die gerne „Herzschmerz-Geschichten“ lesen, ist dieses Buch sehr zu empfehlen.
Ben Bennett: „Solange es Wunder gibt“
empfohlen von von Jennifer Brand
Der Roman „Solange es Wunder gibt“ handelt von zwei Menschen die sich seit Kindesbeinen kennen und lieben. Ihre beiden Väter sind erbitterte Gegner im Landwirtschaftsgetriebe und heißen die Beziehung zwischen ihren Kindern nicht gut. Eines Tages fliehen die beiden auf eine kleine Insel, um dort ihr gemeinsames Glück zu finden und eine eigene Familie zu gründen, doch nach einer Fehlgeburt scheint das Glück zu zerbrechen, denn der Gynäkologe schließt eine weitere Schwangeschaft aus. Nach einiger Zeit finden die beiden wieder zueinander und bewältigen den Verlust des so ersehnten Kindes gemeinsam.
Der erste Teil des Romans beschreibt wie, Alexandra und Morten, einen wundervollen, perfekten aber sehr seltsamen Tag verbringen. Es passieren Dinge, von denen man nicht einmal zu träumen wagt. Der erste Buchabschnitt zeigt eine romantische und leidenschaftliche Liebe zwischen zwei Menschen. Doch auch als dieser Tag, an dem sie spontan geheiratet hatten, mit einander schliefen und zusammen den Horizont erforscht haben, sich dem Ende neigte, entdeckte Alex nur ihre eigenen Fußspuren im Sand und sie wurde durch die Stimme der besten Freundin unsanft geweckt. War es wahr oder nur ein Traum?
Der zweite Teil des Buches spielt die Realität wieder. Alexandras Mann, Morten, starb bei einem Unfall an dem sie beteiligt war. Sie lag Tage über Tage im Koma. Nach dem sie aufgewacht war und ihr die Außenwelt wieder schmerzlich bewusst wurde, war sie froh eine gute Freundin an ihrer Seite zu haben, denn ohne sie hätte es Alex nicht geschafft wieder ein geregeltes Leben zu führen. Sie musste wieder lernen zu gehen und nach vielen Wochen anstrengender Reha, wurde sie entlassen. Sie zog nach der Reha zu der Freundin in die Großstadt, weil das Haus am Strand zu viele Erinnerungen in sich trug und baute sich dort mit Caro eine gutlaufende Immobilienfirma auf. Dennoch fand sie kein Sinn in ihrem Leben, es ging ihr immer schlechter, bis sie schließlich zum Arzt ging und der eine frohe Botschaft für sie hatte. Jahre später saß sie am Strand vor ihrem Haus in dem sie einst mit ihrer großen Liebe gewohnt hatte und unterhielt sich angeregt mit einem gutaussehenden Mediziner und dessen kleinen Sohn.
Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, es wurde mit so viel Liebe und Leidenschaft, so viel Trauer und Glück bestückt, dass man es einfach lieben muss.
Ich mag den Stil, in dem Bennett schreibt, und lese gerne seine Werke.
Es ist in seiner Art einzigartig und das macht es so besonders. Der Roman enthält so viele verschiedene Gefühle, so viele alltägliche und doch außergewöhnliche Situationen, so viele Geheimnisse und Wunder, dass jeder mitfühlen und mit fiebern kann.
Sarah Kuttner: Mängelexemplar (Roman)
eine Empfehlung von Nadine Hahn
„Die Psyche ist so viel komplizierter als eine schöne glatte Fraktur des Schädels.“
Der Roman „Mängelexemplar“, geschrieben von Sarah Kuttner, erzählt die Geschichte einer jungen Frau, welche von einem Tag auf den anderen den Boden unter den Füßen verliert und mit ihrer Lebenssituation nicht mehr zurrecht kommt.
Karo ist ein Stereotyp unserer heutigen Zeit. Sie ist intelligent, selbstironisch und liebenswert und bis auf ein paar Kleinigkeiten zufrieden mit ihrem Leben, bis sie plötzlich merkt, dass sie ihrem Freund nicht wichtig zu sein scheint und sie ihn letztendlich verliert. Aber nicht nur der Verlust ihres Partners quält sie, sondern auch der ihrer Arbeitsstelle und vor allem der ihrer glücklichen Gedanken.
Karo trauert ihrem Freund nach und bemerkt nicht, wie glücklich sie sich schätzen müsste, dass diese falsche Beziehung nun ihrer Vergangenheit angehört.
Sie sucht Rat bei ihrer Mutter, Freunden und letztendlich bei einer Therapeutin und einer Psychologin.
Doch Karo rutscht immer mehr in ihr Gefühlschaos hinein, bis dann plötzlich die Angst da ist.
Durch sie kann Karo weder schlafen, noch essen noch glücklich sein.
Alles erscheint ihr hoffnungs - und aussichtslos.
Als Karo mit einem Mann zusammen kommt, welcher die gleichen Probleme wie sie zu haben scheint, verbessert sich ihre Lage nicht.
Erst durch die Beziehung mit einem Kollegen, welche beide sehr langsam und behutsam angehen, durch die Ratschläge ihrer Therapeutin und Psychologin, durch den Beistand ihrer Mutter, die Antidepressiva, die sie nimmt, und letztendlich durch ihre eigene Erkenntnis, schafft Karo es langsam aber sicher aus der vermeintlich hoffnungslosen Lage herauszukommen und wieder positiv und mit neuen Zeilen und Träumen in ihr Leben zu starten.
Dieser Roman von Sarah Kuttner, einer Fernsehmoderatorin, gefällt mir sehr gut.
Von allen Werken, die ich in meinem Leben las, prägte und inspirierte mich dieses am meisten.
Karo, welche einen jeden von uns widerspiegelt, erzählt auf humorvolle, ironische aber auch auf realistische und knallharte Weise die Wahrheit über das Leben.
Jeder hat ein klein bisschen Karo in sich und fühlt sich oft hilflos.
Was passiert, wenn man seine Seele nicht heilt und nicht aufmerksam genug sein Leben betrachtet, wird in diesem Roman beschrieben.
Die Autorin macht dem Leser klar, dass man sich um seine Gesundheit kümmern muss und dass dazu nicht bloß der Besuch beim Zahnarzt oder Hausarzt zählt, sondern auch die Sorge um die Seele, welche heutzutage zu sehr vernachlässigt wird.
Die Lebensgeschichte von Karo öffnete mir die Augen und ließ mich die Welt von einem Tag auf den anderen in einem anderen Licht sehen.
Um glücklich zu sein, braucht man Mut und Offenheit. Und wenn man erkennt, dass nicht nur ein Knochen brechen, sondern auch die Seele kaputt gehen kann, so lernt man sein eigenes Ich viel besser kennen.
Sarah Kuttners Roman ist verständlich geschrieben und zieht den Leser in seinen Bann, weswegen ich jedem empfehlen würde, ihn zu lesen.
Der Roman hat 262 Seiten, aber ich verspreche euch, dass ihr ihn innerhalb weniger Tage durchgelesen habt, so humorvoll, ironisch und realitätsgetreu, wie er verfasst worden ist.
Juli Zeh: Spieltrieb (Roman)
über das Werk und die eigenen Erfahrungen beim Lesen
von Annika Gallisch
Die Autorin Juli Zeh beschreibt in ihrem Roman „Spieltrieb”, erschienen 2004 im Verlag Schöffling und Co. , den Beginn einer neuen Generation, die durch die antreibende Kraft des Spieltriebs zweier Schüler ausgelöst wird.
Die vierzehnjährige Ada gilt seit ihrem dreizehnten Lebensjahr als hochbegabt und schwer erziehbar. Aufgrund von grundloser Gewalttätigkeit gegen ehemalige Schüler, weshalb sie von ihrer letzten Schule verwiesen wurde, zieht sie mit ihrer Mutter nach Bonn. Im Ernst- Bloch- Gymnasium übernimmt sie schnell die Position der Einzelgängerin, da sie keinen Grund in einer Unterhaltung mit ihren Mitschülern sieht, weil diese in ihren Qaugen von Dummheit und Überheblichkeit gekennzeichnet sind und sie generell eine misanthropische Einstellung zu der Gesellschaft hat. Doch ihr Desinteresse für ihre Mitschüler ändert sich schlagartig, als sich der achtzehnjährige Halbägypter Alev in der Klasse vorstellt. Durch seine wortgewandte, kluge Art, Menschen durch seine sprachlichen und geistigen Fähigkeiten zu beeinflussen, um Macht und Kontrolle über seine Umgebung zu erlangen, erweckt er Adas Interesse. Zwischen den beiden entwickelt sich nach einiger Zeit eine freundschaftliche Beziehung, da beide als Urenkel der Nihilisten zu sehen sind, die jegliche moralischen Wertevorstellungen als unhaltbar ansehen und alles Bestehende für nichtig halten. Bei einem nächtlichen Telefonat offenbart Alev Ada seine Idee eines Spiels, das mit Adas Versuch beginnt, trotz schwerer Regelverstöße nicht von der Schule verwiesen zu werden. Einzig und allein der Geschichtslehrer Höfi hätte das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch beenden können, doch nach dessen Selbstmord stirbt auch die letzte Hoffnung, die beiden an ihrem Spiel zu hindern, da er als ebenbürtiger Gegner sie als einziger zur Vernunft hätte bringen können. Somit nimmt das Spiel überhand und die zwei Schüler fassen den Entschluss, dass Ada den polnischen Deutschlehrer, Herrn Smutek, verführen soll, welcher durch Adas Unterrichtsbeiträge im Deutschkurs und Laufkondition im freiwilligen Sportkurs stark beeindruckt von ihr ist. Bei dem geplanten Aufeinandertreffen in der Turnhalle, macht Alev mit seiner Kamera heimlich Fotos, mit denen er Herrn Smutek erpresst. Diesem wird schnell klar, dass die beiden keine materiellen Ziele haben, sondern den Willen zur Macht und Kontrolle, also den Spieltrieb als ihren Erfolg feiern und es unmöglich ist diesem Spiel zu entkommen. Somit gehorcht er ihnen und es folgen weitere Freitagabende, an denen Herr Smutek das von ihm Verlangte zulässt. Doch als sowohl Ada als auch Alev ohne gegenseitige Absprache einen neuen Zug im Spiel wagen, gerät dieses außer Kontrolle. Ein ersterer Fehler wir von Ada begangen, die damit beginnt eine Art von Zuneigung für Herrn Smutek zu verspürt und ein zweiter von Alev, der die heimlichen Treffen in der Sporthalle ersucht auffliegen zu lassen, indem er den Schulleiter warnen lässt. Alle drei Spieler können sich aus den Vorwürfen herausreden, doch durch die veränderte Beziehung zwischen Ada und Herrn Smutek scheint das Spiel weiterhin gefährdet. Als Ada am nächsten Freitagabend nicht erscheint, eskaliert die Situation und Herr Smutek schlägt Alev brutal zusammen. Das Spiel endet am Bonner Gerichtshof, wo das Recht versucht eine Entscheidung zu treffen, wer den Gerichtssaal als Gewinner und wer ihn als Verlierer des Spiels verlässt.
Abschließend ist zu sagen, dass die Autorin Juli Zeh auf brillante Art und Weise einen sprachlich hochanspruchsvollen Roman verfasst hat, der den Nihilismus in der Gesellschaft durch ein perfides Spiel sehr gelungen widerspiegelt.
Auf die Frage hin, was man sich an Weihnachten unter dem Baum erhofft, werden einige Menschen „ein gutes Buch zur Antworten“ geben. Doch was ist ein gutes Buch? Sollte es mit Witz und Feingefühl beeindrucken, oder den Leser in seinen Bann ziehen? Sollte es sprachlich auf höchstem Niveau eine interessante, fesselnde Geschichte erzählen? Ist ein gutes Buch ein Buch, das während und nach dem Lesen die Menschen zum Nachdenken veranlasst? Ist es ein Buch, das man guten Freunden empfiehlt ? Wenn das die Definition eines guten Buches ist, dann kann der Roman “Spieltrieb” der Autorin Juli Zeh einem guten Buch gerecht werden. Dieser Roman hat mich insofern beeindruckt, als die Autorin es geschafft hat, eine fesselnde Geschichte über den Spieltrieb in der Gesellschaft mit einem hochanspruchsvollem, interessantem Sprachstil zu vereinen. Schon alleine das Essay zu Beginn des Romans hat mein Interesse geweckt und mich zum Weiterlesen verleitet. Bei der Vorstellung der Figur Ada, einer der Hauptcharaktere des Romans, wird ihr Erscheinungsbild zwar sehr bildlich beschrieben, jedoch nicht zu detailgenau , wodurch der Leser die Chance erhält durch etwas Fantasie und Vorstellungskraft sich ein ganz eigenes gedankliches Bild von Ada und den anderen Charakteren zu machen. Des weiteren überrascht der Roman mit viel Witz und Ironie. Einige Stellen haben mir so gefallen, dass ich sie zweimal gelesen habe nur um noch einmal in den Genuss zu kommen. Dieser Roman hat mich so in den Bann gezogen, dass ich ihn regelrecht verschlungen und in jeder freien Minute gelesen habe. Besonders das Plädoyer der Ada am Bonner Gerichtshof hat mich so fasziniert, dass ich es mehrmals gelesen habe, denn es war so mitreißend und bewegend, dass ich alles um mich herum vergessen habe und nur auf die Zeilen fixiert war. Dennoch musste ich feststellen, dass dieser Roman höchste Konzentration erfordert . So können die Lieblingsmusik im Hintergrund, die aus den Boxen der Anlage ertönt, oder Hektik und Stress nicht mit dem Lesen verbunden werden. Für dieses Buch braucht man Ruhe und Zeit um es voll und ganz zu verstehen und wirken zu lassen. Zumindest ging es mir so, denn ich finde, dieser Roman ist keine einfache Bettlektüre sondern ein Buch mit Anspruch und Aussage. Somit kann ich sagen, dass der Roman 'Spieltrieb' für lesebegeisterte Menschen sehr empfehlenswert ist und plädiere hiermit für mehr gute Bücher.
Ödön von Horváth: Jugend ohne Gott (Roman)
Lese-Erfahrungsbericht von Saskia Zahnreich
In dem Roman „Jugend ohne Gott“ von Ödon von Horváth aus dem Jahr 1938 geht es um einen Lehrer im nationalsozialistischen Deutschland, der mit seiner Klasse in ein Zeltlager mit militärischen Übungen fahren muss. In dem Zeltlager wird ein Junge vermisst, der als Leiche wieder gefunden wird. Die Anzahl der verdächtigten Mörder ist hoch.
Ich war fasziniert von der Wendung in der Geschichte. Am Anfang war der Roman meiner Meinung nach eine Erzählung mit geschichtlichem Hintergrund. Es wurde beschrieben, wie ein Lehrer im Nationalsozialismus lebt und unterrichten muss. Der Schwerpunkt liegt am Anfang des Romans auf der politischen Position und der freiwilligen Unterwürfigkeit der Bürger. Die Klasse des Lehrers besteht nur aus Jungen. Sie fahren in ein Zeltlager. Dort bekommen die Jungen eine militärische Grundausbildung. Am vorletzten Tag im Zeltlager wird ein Schüler vermisst. In meinen Augen ist diese Stelle im Roman der Wendepunkt. Die Suchtruppe findet den vermissten Schüler ermordet im Wald auf. Nach diesem Ereignis beginnt eine spannende Suche nach dem Mörder. Es werden Geheimnisse gelüftet. Der Lehrer erzählt während dem Mordprozess im Gericht, dass der das Tagebuch des hauptverdächtigten Schülers gelesen hat und damit für den Mord mitverantwortlich war. Der Hauptverdächtigte soll den Schüler nämlich umgebracht haben, weil er glaubte, der Ermordete habe sein Tagebuch gelesen. Andere Schüler aus der Klasse gründen einen geheimen Klub. Sie wollen sich nichts mehr von ihren Vorgesetzten und politischen Autoritäten sagen lassen. Der Roman beschreibt in diesem Teil eine spannende Jagd nach dem Mörder. Es gibt in diesem Roman ein klares Ende.
Ich fand den Roman leicht zu lesen, wenn man den Wendepunkt erreicht hat. Am Anfang war die Geschichte für mich schwierig zu lesen. Ich musste mich durch das erste Drittel des Romans durchkämpfen, aber nach dem Ereignis im Zeltlager fesselte mich die Erzählung. An die Ironie des Lehrers musste ich mich gewöhnen, aber wenn man sie versteht, gibt sie dem ganzen Roman eine aufheiternde Wirkung
Erich Hackl: Auroras Anlaß (Roman)
Leseerfahrungsbericht von Laura Ickler
Nicht nur Erich Hackls direkter Schreibstil, sondern auch die Tatsache, dass sein 1987 veröffentlichter Roman „Auroras Anlass“ auf wahren Begebenheiten beruht, lässt den Leser schockiert und mit einem ungläubigen Kopfschütteln zurück. Zumindest erging es mir so, nachdem ich auf knapp 145 Seiten einen tiefgründigen Einblick in Aurora Rodriguez‘ Leben und das ihrer Tochter Hildegart bekommen habe. Schon die erste Zeile des Romans „Eines Tages sah sich Aurora Rodriguez veranlasst, ihre Tochter zu töten.“hat mich neugierig gemacht.
Die Frage, warum eine Mutter ihr Kind umbringt, welche Beweggründe es für eine solche Tat gibt, hat mich nicht mehr losgelassen und ich musste den Roman unbedingt zu Ende lesen. Die einfache und doch aussagekräftige Art, wie Hackl die Wörter in verschiedenen Zusammenhängen verwendet, hat die Spannung aufrecht erhalten, auch wenn ich zugeben muss, dass er den politischen Teil, der immerhin ein ganzes Kapitel umfasst, auch hätte verkürzen können. Der Leser neigt hier dazu, die Seiten zu überfliegen. Die Ironie, die schon fast an beißenden Zynismus grenzt, ist die Krönung des literarischen Werks und bleibt in Erinnerung.
Der langen Rede kurzer Sinn: Der Roman ist in jedem Fall lesenswert.
Birgit Vanderbeke: Das Muschelessen (Roman)
Ersteindruck
von Khatera Chaprehari
Im Folgenden möchte ich meinen Ersteindruck von der Erzählung „Das Muschelessen“ von Birgit Vanderbeke aus dem Jahr1990 wiedergeben. Die Erzählung spielt in Westdeutschland Mitte der 70 Jahre und handelt von einem Abend, an dem zur Feier der Rückkehr des Familienvaters von einer Dienstfahrt, ein Muschelessen geplant ist.
Da sich der Vater verspätet, parlieren die restlichen Familienmitglieder. Die Familie unterhält sich über ihr Schicksal, tyrannisiert und schikaniert vom Familienvater. Die Vorstellung des Vaters im Bezug auf eine harmonisches Familienleben scheint für die restlichen Familienmitglieder alles andere als schön zu sein. Durch viele
Methoden versucht der Vater die Familie einzuschüchtern, um diese auf sein Kommando tanzen zu lassen. Dabei ist das Ziel des Vaters seine Familie zu einer perfekten Familie zu avancieren. Die Wünsche der Kinder werden nicht berücksichtigt. Sie werden stundenlang in ihr Zimmer gesperrt oder gar geschlagen. Erst nach seiner Erlaubnis dürfen die Kinder sich wieder in die Familie einbürgern. Doch nicht nur die Kinder sondern auch die Mutter ist eine Marionette, die der Vater, der Tyrann geschnitzt hat, und nun tanzen lässt. Der Vater, der nun als Unruhestifter gilt, verursacht durch seine Ideologie die Vernichtung des Familienlebens. Dies tritt in Erscheinung, als er zu spät zum Essen kommt. Im Laufe der Erzählung wird es mir bewusst, dass diese Familie ein gemeinsames fehlerfreies Familieleben wie ein Theaterstück auf einer Bühne präsentiert, wenn das Familienoberhaupt im Hause oder in der Nähe ist. Sobald der Vater fort ist, werden keine Regeln mehr beachtet, zugleich folgen die Mitglieder ihren eigenen Vorstellungen vom Leben. Jeder geht seinen eigenen Weg, deshalb kommt es nicht zu einem wirklichen Familienleben. Doch die Auffassung des Vaters gehört nicht zum Maßstab des Lebens. Um den Erhalt einer Fassade zu sichern, verrenkt sich die ganze Familie.
Durch den Einleitungssatz wurde ich mit dem Eindruck einer spannenden Erzählung gelockt. Anfangs erscheint der Zustand dieser Familie als normal, doch im weiteren Verlauf wird die Erzählung zu einem richtigen Drama.
Der innere Monolog der Tochter ist sehr unpräzise. Dadurch ist es sehr anstrengend die Erzählung fließend zu lesen. Die unzähligen Kommas und langen Sätze, die sich über mehrere Seiten ziehen, rauben der Geschichte einen Teil an Unterhaltungswert. Jedoch ist der ausgewählte Stil nachvollziehbar, denn Gedanken sind alles andere als kontrolliert und geordnet. Im Großen und Ganzen finde ich die Thematik interes-sant und aufgrund des offenen Endes kann ich mir den Fortlauf der Erzählung leicht vorstellen.
