Un malentendu

 

von Sven Langer

 

zum Hintergrund:

Der Text eines Telegramms lautet: Mutter verstorben - Beerdigung morgen - mfg.

(Es handelt sich um das Telegramm, welches der Protagonist aus Albert Camus' Etranger

zu Beginn der Geschichte erhält und in dem ihm der Tod der Mutter mitgeteilt wird)

Sven hat daraus eine lustige Geschichte gemacht, die den Titel Ein Missverständnis trägt.

Er lässt einen von einem Virus befallenen Computer Wörter verschlucken, so dass aus der ursprünglich eher harmlosen diese tragische Mitteilung über den Tod der Mutter wird.

 

Un malentendu

 

Susanne est une femme adulte. Elle a vingt-sept ans et vit au centre de la France. Chaque mois elle rend visite à sa meilleure amie Stella à Paris. C’est pratique, parce que son petit frère Gustave habite dans la banlieue de Paris. Normalement elle passe d’abord chez Stella et après chez son frère.

Aujourd’hui Susanne fait le trajet à Paris. Quand elle arrive à la maison de sa copine, elle voit une très triste Stella qui pleure. « Qu’est-ce qui s’est passé ? » elle demande tout de suite. Stella répond que sa mère est décédée il y a une semaine et que l’enterrement est le lendemain. Susanne décide de rester chez Stella et écrit un email à Gustave. Elle écrit :

 

Cher Gustave,

Je ne peux pas te rendre visite aujourd’hui, parce que la mère de Stella est décédée. L’enterrement aura lieu demain. Je viendrai te voir après demain. En ce moment j’ai le sentiment de pleurer.

 

Sentiments distingués

Ta sœur Susanne

 

Elle ne sait pas que le PC de Stella a un virus qui avale beaucoup de mots. C’est pourquoi Gustave est très choqué quand il lit le email. Voilà le email que Gustave reçoit :

 

mère décédée enterrement demain Sentiments distingués

 

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„Irrungen, Wirrungen“ im Jahre 2008

 

verfasst von Ousman, Aylin, Roman und Vickas

 

Kapitel 1-3:

Am Ende der Zeil, schräg gegenüber von Mc' Donalds und zwischen C&A und dem kleinem Sparkassenhäuschen, welches heute kaum noch in Benutzung ist, weil die Automaten schon seit Anfang Januar nicht mehr recht funktionieren, erstreckt sich die U-Bahn Station der Konstablerwache, welche nur zwei Stationen von der Muster-schule, einer mäßig angesehenen Schule in Frankfurt am Main entfernt ist. Seit Gründung dieser Gesamtschule wird einem spätestens bei genauerem Betrachten der Pausen deutlich, dass sich hier die verschiedenstens Kulturen, Religionen und, man mag schon fast sagen, Klassen aufinden lassen. Man findet Reiche, man findet Arme, man sieht asiatische, man sieht euchopäische Kinder. Bei noch genauerem Betrachten erkennt man auch eine grobe Differenzierung von verschiedenen Nationen und Gruppen. So sieht man beispielsweise die arabischen und türkischen Kinder in der Caféteria gegenüber vom Lehrerzimmer. Während sich die Kinder wohlhabenderer Eltern lieber in den Klassenräumen aufhalten und sich über das Wochenende unterhalten oder versuchen, die Konkurrenz mit Diskussionen über das Auto des Vaters auszuschalten, spielen die Kinder aus einfacheren Verhältnissen lieber draußen auf dem Schulhof.

Eine solche Ausnahme ist auch Laurice, ein euphorischer und optimistisch denken-der junger Mann, der die 9. Klasse besucht und aufgrund des frühen Todes seiner Mutter von der Großmutter aufgezogen wurde. Den Vater lernte er nie kennen, Oma Lise pflegt immer zu sagen: "Männer sind ja doch alle gleich, versprechen dir das Blaue vom Himmel und lassen dann doch die Sterne fallen und die Last hast du zu tragen".

Jeden Mittag um 13:15 nimmt Laurice die U-5 Richtung Preungesheim, steigt an der dritten Station aus und hat noch gute 400 Meter zu laufen, bis er an dem alten Schreibwarenladen seiner Großeltern ankommt. Der Schreibwarenladen ist kein besonders großes Unternehmen, aber eines mit gutem Ruf und Tradition. Der Großvater von Laurice hatte ihn mit 19 Jahren von seinem Vater übernommen und seitdem immer gepflegt und über Wasser gehalten, als er 1949 Elise, heute nur noch als Oma Lise bekannt, heiratete. Seitdem arbeiteten sie gemeinsam in dem Laden.

Bereits vier Jahre später im Juni starb Großvater im jungen Alter von 26 Jahren bei  einem Verkehrsunfall und seitdem arbeitet Oma Lise mit ihren 76 Jahren, die sie sich nur ungern anmerken lässt, alleine in dem Laden.

An manchen Nachmittagen benutzt Laurice auch das Fahrrad seines Nachbarn Daniel. "Fahr heute mit dem Fahrrad, der Kühlschrank hat einen leeren Magen," sagte Oma Lise dann am Morgen. Laurice versteht nicht immer, was sie sagt, aber er weiß immer, dass es richtig ist.

Im Juli gibt es Zeugnisse. Dieses Jahr will Laurice die Schule mit einem Hauptschulabschluss verlassen, nicht aus Wissensmangel oder Faulheit, Laurice ist zweifelsohne der beste Schüler seines Jahrgang und wäre problemlos "Ein Kopf im Business" geworden, wie Herr Tilman, sein Klassenlehrer immer zu sagen pflegt.

Aber Laurice hat andere Pläne. Die Theater -AG am Nachmittag befriedigt seinen Drang nach Aufmerksamkeit und Rampenlicht nicht mehr, er ist festen Willens an der Goethe-Universität Schauspiel studieren.

Andere Schüler, die ihr Abitur absolvieren und danach von den Eltern das Studium finanziert bekommen, machen sich lustig über ihn und stellen ihn als "der ohne Abi Student" ins Lächerliche.

Aber davon lässt sich der optimistische Laurice nicht beeinflussen. Angespornt von den Worten der Zustimmung und dem Vertrauen seiner Großmutter in sein Talent und der Überzeugung von sich selbst, verlässt Laurice also nach der 9. Klasse die Schule und macht sich auf zur Goethe-Universität.

Wie längst erwartet, findet er dort keine große Zustimmung und auch keine Aner-kennung für sein Talent und wird schnell abgewiesen. In der U-Bahn Richtung Stadtmitte schwirren ihm immernoch die Worte des Direktors im Kopf. „Nicht ernst zu nehmender Assi" nannte ihn dieser. Gekränkt, aber trotzdem noch ehrgeizig, will er sein Glück nun auf der Straße versuchen und imitiert Shakespeare. Drei Nach-mittage vergehen, an denen seine Aufenthalte zu Hause nur sehr kurz sind. "Muss noch en bisschen was klar machen", unterbricht er Großmutter immer wieder, wenn diese ihn auffordert zum Essen zu bleiben.

Kapitel 4-5:

Am vierten Nachmittag finden seine Worte das erste Mal den Weg in das Ohr eines Interessenten. Die bereits ihr Abiturientin Meona, welche bereits ein Stipendium hat, hört ihm mit Eifer zu und lächelt an Stellen, an denen er besonderes Charisma zeigt.

Laurice unterbricht und lächelt zurück.

"Kenn ich noch aus der 12.", sagt Meona.

"Wie ? Was meinsten?" antwortet Laurice.

"Na, 'Romeo und Julia', das war doch eben die Balkonszene, haben wir kurz vorm Abi ewig durchgekaut", erzählt Meona mit gerunzelter Stirn.

Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut und trotz der äußeren Umstände und dem Altersunterschied zeigen beide großes Interesse für einander. Zum ersten Mal wird Laurice nicht auf seinen Schulabschluss reduziert, im Gegenteil, Meona möchte ständig mehr von seinen Plänen und Zielen wissen und ist ganz fasziniert von seiner Entschlossenheit. Nachdem sie Laurice eine Weile zugehört hat, fährt sie in ihrem BMW Cabrio nach Hause. "Leute wie wir fahren nicht mit der Bahn", sagt ihr Vater immer.

Von diesem Tag an besucht ihn Meona jeden Nachmittag, außer donnerstags, da schreibt sie ihm eine SMS, in der dann meistens Dinge stehen wie "möchte deine schöne Stimme wieder hören" oder "freue mich dich Morgen zu sehen".

Nach Ankunft dieser SMS ist aus Laurice' Sicht sein Werk für den jeweiligen Tag getan, er fühlt sich so, als seien seine Vorträge nur noch für Meonas Ohren und niemand anderen mehr bestimmt.

Die beiden verbringen den ganzen Sommer zusammen und verlieben sich rasch, die Zeit vergeht und im Dezember überrascht Meona Laurice auf dem Weihnachtsmarkt, wo dieser wieder vorspielt und inzw', gesteht Laurice ihre Liebe und schenkt ihm einen Verlobungsring. Dieser weiß nicht recht zu reagieren und flüstert ihr nur zu: "Lass uns 'was Chilliges machen, vielleicht in einer Bar was trinken?" Meona willigt ein.

Laurice gesteht Meona, dass er sich dessen bewusst ist, dass eine Verlobung von Meonas Eltern, den Verwandten und dem Umfeld nicht toleriert würde. Er weiß sehr wohl von Meonas Chancen auf ein Stipendium und weiß inzwischen auch, dass Meonas Eltern gegen Laurice sind und schon mit Rauswurf gedroht haben.

"Arbeitsloser Gammler" nannten sie ihn, als sie ihn einmal vor der Zeilgalerie sprechen hörten. Meona lässt das alles völlig kalt, von Liebe geblendet ist sie entschlossen diese Konsequenzen zu tragen.

Nachdem Meonas Eltern, eine angesehe Familie und ansässig in einem der wohlhabendsten Stadtteile Frankfurts, erfährt, dass Meona ihre Vorbereitung auf das Stipendium vernachlässigt um sich mit Laurice trifft, stellen diese sie vor ein Ultima-tum.

Meonas Mutter schimpft beim Abendessen:"Wir ackern uns nicht ab, damit du dich mit diesem Möchtegernshakespeare treffen kannst, also junge Dame, entweder du studierst jetzt und suchst dir einen anständigen Freund oder du nimmst den nächsten Flieger zu deinem Onkel Sam nach Amerika. Der wird sich schon um dich kümmern."

Auf  diese Aussagen reagiert Meona nie, sie ist machtlos gegenüber den Worten der Mutter. Stattdessen trifft sie sich mit Laurice um über ihre Gefühle zu reden, dieser versucht sie zu trösten, nimmt die Situation aber weit gelassener als sie hin. "War doch eh von anfang an klar", sagt er nur immer wieder.

Meonas Vater kehrt von der Arbeit zurück und sieht die beiden im Park der Taunus-anlage sitzen. Zornig ruft er Meona ins Auto und schreit sie während des Betretens des Hauses an. Er erzählt der Mutter davon und diese entscheidet kompromisslos, dass Meona 14 Tage später nach Amerika fliegen und erst drei Jahre später zurückkehren wird. Meona bricht in Tränen aus und schreibt Laurice eine SMS über ihr Schicksal.

Bevor sie fliegt, sehen sich beide noch einmal und Laurice verhält sich im Gegensatz zu Meona viel gelassener und dem Schicksal hingegeben.

Laurice kehrt nach der Abreise von Meona wieder zurück in den Laden der Großmutter, er hat eine Ausbildungsstelle in einer Modegalerie gefunden und holt seinen Realschulabschluss nach. Er spricht immernoch auf den Straßen Frankfurts vor, allerdings verliertt er dabei nicht nur Meona, sondern auch die Begeisterung und die Motivation aus den Augen.

Meona studiert in Amerika und verdrängt anfangs ihre Gefühle.

Nach einer Weile machen beide den Eindruck, den Schmerz überwunden zu haben , dennoch liest Meona ständig noch Laurice Abschied- SMS und kommt zu dem Schluss, dass die Welt unfair ist und Leute nur über  Kleider, Einfluss auf Politik und finanzielle Werte definiert werden.

"Is nu ma so. Da muss es halt auch so gehen," sagt sie sich und geht zu Bett.

 

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