Biologiekongress    Biologie-Olympiade

Molekularbiologie praktisch erfahren

Burgschüler/innen besuchen Biologiekongress

Die Schulbank in der Friedberger Burg haben die Schülerinnen und Schüler der 12er Biologieleistungskurse Fartaczek-Witt, Bernd und Witt am 10.03.2008 gegen das Labor und den Hörsaal der Frankfurter Universität getauscht. Sie nahmen am Schülerkongress „Faszination Mikrobiologie“ teil, der anlässlich der gemeinsamen Frühjahrstagung der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) und der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) im Biozentrum auf dem Campus Riedberg stattfand.

Hier wurden Methoden der Gentechnologie und Molekularbiologie praktisch erfahrbar, die sonst in der Schule nur theoretisch behandelt werden können, weil der stoffüberfrachtete Lehrplan zu wenig Raum für zeitaufwendiges selbstständiges Experimentieren lässt, weil die Versuche nicht in das 45- oder 90-Minuten-Raster des Stundenplans passen und weil der Schule die notwendige Ausstattung fehlt.

Im Kurs „Plasmide und Vektoren“ wurden grundlegende Verfahren der Gentechnik erprobt. Die Schülerinnen und Schüler konnten selbstständig Plasmide mit fremdem Erbgut aus Bakterienzellen isolieren und schließlich die geklonten DNA-Abschnitte durch Gelelektrophorese trennen und sichtbar machen.

Eine andere Gruppe besuchte den Kurs „Grün-fluoreszierendes Protein“. Sie extrahierte das entsprechende Protein aus gentechnisch veränderten Bakterien, isolierte es mittels Säulenchromatographie und machte es unter UV-Licht sichtbar.

Die vier Vorträge über aktuelle Themen der Genetik wurden von den Schülerinnen und Schülern unterschiedlich aufgenommen. Zwei junge Wissenschaftlerinnen der Universität Frankfurt bzw. des Paul-Ehrlich Instituts ernteten Lob für ihre klar aufgebauten und gut verständlichen Präsentationen:

Zum Thema Krebs wurden neue Erkenntnisse zur Entstehung auf zellulärer Ebene und die neuen, schonenden Behandlungsmethoden Hormontherapie und Antikörpertherapie vorgestellt.

Am Beispiel der an schwerer Immundefizienz (SCID) leidenden „bubble-kids“ konnten Chancen und Risiken der somatischen Gentherapie aufgezeigt werden.

Der dritte Vortrag über die verbreitete, aber oft unentdeckte Endometriose bei Frauen wurde als zu wissenschaftlich und für die Laien im Auditorium schwer verständlich empfunden.

Etwas deplatziert wirkte das Referat des Vertreters eines führenden deutschen Unternehmens aus dem Bereich der Agro-Gentechnik. Seine eigentlich informative Vorstellung der Methoden der grünen Gentechnik wurde überlagert durch eine langatmige Einführung mit unübersichtlichen Statistiken, die einen weltweiten Erfolg genmanipulierter Nutzpflanzen und die Rückständigkeit der Genfood-kritischen europäischen Verbraucher suggerieren sollten. In der anschließenden Diskussion wurden die zahlreichen kritischen Fragen aus dem Plenum nur ausweichend und abwiegelnd beantwortet.

In den Pausen bot eine Ausstellung mit Ständen verschiedener Institutionen und Firmen weitere Informationen zum Thema sowie zu Ausbildungs- und Studiengängen.

Am Ende des Tages stimmten Schüler/innen und Lehrkräfte in der durchweg positiven Bewertung der Exkursion überein.