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Studienfahrt(06.Okt. – 10.Okt. 2009): „Amsterdam – wir kommen“

 

Unsere Reise ging nach Amsterdam. Die Bahn brachte uns umweltfreundlich von Friedberg bis Centraal Station. Bereits die Anreise war ein kleines Abenteuer, denn um in den Genuss kostengünstiger Fahrkarten zu kommen, mussten wir zweimal umsteigen – in Gießen und in Köln – und das mit unserem Gepäck.

 

Unsere Unterkunft in Amsterdam war das Stayokay in Zeeburg. Ursprünglich eine alterwürdige Schule war das Gebäude 2007 renoviert und als Jugendhostel umgebaut und eingerichtet worden. Die Empfangshalle erschien uns einladend, während unsere 6-Bett-Zimmer sich zunächst dunkel, steril und kühl zeigten, sich aber dann als sehr zweckmäßig erwiesen. Zumindest war trotz der drei Stockbetten genügend Platz in den Räumen, so dass sich auch mal 18 Leute in einem Zimmer aufhalten konnten (z.B. bei den täglichen gemeinsamen abendlichen Tagesrückblicken).

 

Was bot uns nun Amsterdam, das Eldorado vieler auch junger Leute? Was nahmen wir von der großen Fülle ihres Angebots auf oder besser gesagt, konnten wir in der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes aufnehmen?

 

Tagebucheinträge der Gruppe:

 

Montag:

Ankunft in Amsterdam in unseren Zimmern gegen 15 Uhr

Die Zeit bis zum Abendessen um 19:30 nutzten alle, um in Gruppen das Zentrum von Amsterdam auszuspähen und sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Leider zeigte sich der Himmel grau und es nieselte die meiste Zeit.

Frau Witt erkundete die nähere Umgebung des Jugendhotels.

 

Dienstag:

Heute nach dem Frühstück ging es los zu einer Grachtenfahrt durch Amsterdam.

Als Grachten bezeichnet man die Kanäle, die ganz Amsterdam durchziehen.

Die Fahrt hat eine Stunde gedauert. Dabei haben wir die Wahrzeichen, wie z.B. das Anne-Frank-Haus und die typischen Dachsteinhäuser mit den hohen Giebeln gesehen. Des weiteren fielen uns das schwimmende Chinarestaurant, das riesige Fahrradparkhaus und das interaktive naturwissenschaftliche Museum „Nemo“ auf.

Nach der Grachtenfahrt machten wir eine kleine Pause am Hard Rock Cafe. Die Gruppe teilte sich auf. Einige sind in das Hard Rock Cafe hineingegangen, die anderen haben sich einen Kaffee geholt.

Nach der Pause hat sich die Gruppe wieder zusammengefunden und gemeinsam ging es zur Stadtbesichtigung.

Zuerst haben wir den Blumenmarkt besichtigt, dann sind wir über die lange Einkaufsmeile und durch das Rotlicht- Viertel von Amsterdam gelaufen.

Sehr eindrucksvoll waren dort die Verbreitung der Coffee-Shops.

Wir haben Einblick in die Architektur der Stadt bekommen und uns ist aufgefallen, dass die Architektur hier teilweise mit der Englischen vergleichbar ist.

Nach der Stadtbesichtigung hatten wir Freizeit. Wir haben uns in Kleingruppen aufgeteilt und auf eigene Faust die Stadt erkundet.

Einige sind über die Einkaufsmeile geschlendert, einige sind ins Hotel zurückgefahren und andere haben ungewollt noch bestimmte Viertel in der Stadt angeschaut, da sie den Rückweg zum Stayokay nicht gefunden haben.

Nach dem Abendessen gab es ein Zusammentreffen der Klasse im Gemeinschaftsbereich des Hotels. Dort haben wir zum Abschluss des Tages Cocktails getrunken.

 

Mittwoch:

Mittwochmorgen haben wir wie jeden Tag zusammen im Speisesaal gefrühstückt. Zur Auswahl gab es typisch holländisches Brot, einige Marmeladensorten, verschiedene Wurst- und Käsesorten, sowie eine kleine Müsliauswahl.

Um halb 10 machten wir uns dann auf den Weg zum „Artis“ Zoo. Nicht nur die Größe des Zoos hat uns beeindruckt, sondern auch die Vielfalt der verschiedenen Tierarten. Besondere Highlights waren, zum Einen das farbenfrohe Schmetterlingshaus, in dem man die Schmetterlinge hautnah erlebt hat, das Pinguingehege, in welchem die Pinguine das Regenwetter genossen haben und herumgetollt sind, und zum Anderen das große Aquarium, in dem man mit außergewöhnlichen Fischen konfrontiert wurde. Nach zwei Stunden des eigenständigen Herumstöberns und Tiere Bestaunens, haben wir uns alle wieder getroffen und eine Kleinigkeit gegessen. Wegen des schlechten Wetters konnten wir leider nicht alles sehen. Anschließend machten wir uns geschlossen auf den Weg zum Drogenmuseum, das in der Nähe des Red-light-districts lag. Der Ticketverkäufer mit einem Joint in der Zahnlücke hat uns freundlich empfangen und in die Kultur des Hanfs eingeführt. Museum konnte man es leider nicht nennen, es erinnerte eher an einen kleinen Raum mit selbst gebastelten Kollagen. Vorwiegend wurde die Hanf-Pflanze als Agrarprodukt für die Textilindustrie vorgestellt. Im Preis war noch ein Besuch einer Galerie enthalten. Diese war nur wenige Meter entfernt und schon wesentlich sehenswerter. Trotzdem war der Besuch eher eine Enttäuschung.

Nach dem Besuch hat sich der Kurs in Gruppen aufgeteilt, welche bis zum Abendessen eigenständig im Zentrum der Stadt unterwegs waren. Eine Gruppe hat die Rotlicht Szene aufgesucht und diese bei einer Promenade betrachtet. Die Auswahl der sich präsentierenden Damen war enorm und es war für jeden Geschmack etwas dabei. Der Red-light-district ist von Sex-Shops und ähnlichem gekennzeichnet. Eine andere Gruppe schlenderte noch einmal die lange Einkaufsmeile entlang und bewunderte die große Auswahl an Einkaufsläden.

Nach dem Abendessen waren wir mit dem Großteil des Kurses auf eine Party gegangen. Nach der Feier haben wir das Hotel mit einem Taxi aufgesucht und sind erschöpft nach einem ereignisreichen Tag ins Bett gefallen.

 

Donnerstag:

Heute hatten wir zum ersten Mal Sonnenschein und viele wollten an den Strand, jedoch sind wir nach dem Frühstück mit dem Bus zum kleinen Hafen gefahren. Dort sind wir ein kleines Stück zum naturwissenschaftlichen Museum „NEMO“ gelaufen. So haben wir den ganzen Morgen im NEMO verbracht, trotzdem hat es allen sehr gut gefallen und wir waren begeistert. Dieses Museum ist dafür berühmt, dass man sich nicht nur die Dinge anschaut, sondern das man hier alles selbst ausprobieren und anfassen soll/muss. Es stand sogar auf dem Flyer: „Es ist verboten, nichts anzufassen!“ Die Erklärungen waren nur auf englisch und holländisch, was leider nicht immer so einfach zu verstehen war. Die Versuche bezogen sich auf alle Dinge des Lebens, z.B. wie man Gebäude baut, so dass sie nicht zusammen stürzen, wie die DNA funktioniert oder auf das Thema Elektrizität. Es gab auch einen Versuch u. a. Von Miller der versuchte Anorganisches in Organisches umzuwandeln,das passierte 1953,den Langzeitversuch kann man in diesem Museum nachlesen und nachvollziehen. Für alle war es eine neue Erfahrung und manche sagten sogar, dass wir länger hätten bleiben sollen, weil sie nicht ganz durch gekommen sind. Andere waren aber auch der Meinungen, dass wir zu lange dort Zeit verbracht hätten. Sie waren schon innerhalb kürzester Zeit durch das Museum gelaufen. Gegen Ende des Besuches waren viele hungrig und somit teilten wir uns ziemlich rasch in Gruppen auf und gingen unseren eigenen Weg durch Amsterdam.

 

a)

Unsere Gruppe ist in die Innenstadt Amsterdams gefahren. Wir hatten die Idee ins „Amsterdam Dungeon“ zu gehen, nachdem wir etwas gegessen hatten.

Dort wird ein bestimmter Teil der Amsterdamer Geschichte auf gruselige Art und Weise erzählt. Man hörte von den dunklen Seiten von Amsterdam, wie zum Beispiel der Pest oder der Inquisition. Dies passierte auf holländisch,englisch und auch teilweise deutsch(?!).

Wir bezahlten und warteten in einem Raum, bis die Gruppe komplett war. Danach sind wir mit einem Aufzug ins „Ungewisse“ gefahren. Wir erschreckten uns und waren begeistert.

Als wir dann nach knapp 2 Stunden mit der Geisterbahn zum Ausgang gefahren sind, haben wir uns noch den dazugehörigen Shop angesehen.

Bevor wir jedoch mit der Tram zurück gefahren sind, waren wir noch etwas einkaufen und auf der Suche nach verschiedenen Mitbringsel.

Nun wurde es schon langsam dunkel und es wurde Zeit zurück zum Abendessen ins Hostel zu fahren.

 

b)

Nach dem Besuch im interaktiven Museum „Nemo“ ist eine Kleingruppe von sieben Schülern in Richtung Jordaan-Viertel gefahren. Dieses ist bekannt für seine außergewöhnlichen Geschäfte, traditionelle Käseläden und schöne Architektur.

Zuerst haben wir uns versucht einen groben Überblick zu schaffen und sind gemütlich durch die Straßen gelaufen. Auffallend waren die vielen kleinen, liebevoll ausgerichteten Designerläden, sowie die ansteckende, lockere Atmosphäre.

Als nächstes fesselte uns ein kleiner Laden, voll mit holländischen Spezialitäten. Die Käseberge mit neben liegenden Käseproben ließen uns so schnell nicht mehr hinaus. Roter Käse, verfeinert mit Tomatenpesto, geschmacks intensiver Hartkäse, sowie beispielsweise getrocknete Feigen und Datteln waren nach dem deutschen Besuch beinahe leer gegessen.Nachdem wir uns die Tüten voll mit Käse und anderen Leckereien gemacht haben, brauchten wir Erholung und haben uns in ein Café gesetzt, um einen Kakao zu trinken. Dort beschrieben wir unsere zuvor gekauften Postkarten und ließen die bisher geschehenen Ereignisse Revue passieren.

Unser immer mehr wachsender Wunsch nach etwas Essbarem ließ uns zurück nach Zeeburg fahren, einen Döner essen und gemütlich in der Sonne sitzen.

 

Um 19.30 Uhr traf sich die gesamte Klasse, um gemeinsam Abend zu essen. Etwa eine Stunde danach kam die Klasse in Frau Witts Zimmer zusammen, um den gesamten Tag rückzublenden. Jeder einzelne Schüler schrieb seine Gedanken, Empfindungen und Gefühle, die er über den Tag hatte, nieder. Nach dem gleichen Prinzip ließen wir die Woche schriftlich und mündlich reflektieren. Nachdem unsere Besprechung beendet war, zogen wir uns auf unsere Zimmer zurück und entschlossen, Frau Witt an unserem letzten Abend in unsere hauseigene Bar einzuladen. Frau Witt reagierte überrascht und war begeistert. Wir amüsierten uns prächtig. Nach einiger Zeit zogen sich ein paar Schüler auf ihre Zimmer zurück und der Rest spielte zusammen mit unserer Lehrerin Billiard und Dart. Spät am Abend verschwanden dann auch die restlichen Schüler, ebenso wie Frau Witt auf ihre Zimmer und dort wurde dann entweder der letzte Abend gefeiert oder geschlafen.

 

Dank an die Gruppe für diesen wirklich schönen Abend und überhaupt für die gemeinsamen Erlebnisse in Amsterdam. (Anmerkung Frau Witt).

 

Neben den gemeinsamen Programmpunkten, die wir im Vorfeld ausgesucht und festgelegt hatten, konnten wir also in kleinen Gruppen weitere Sehenswürdigkeiten und Stadtteile von Amsterdam entdecken, erobern und bestaunen. Weitere Eindrücke dieser Touren sollen noch hier noch erwähnt werden.

 

Dienstag: Das östliche Hafengebiet, das sich seit den 80er Jahren zu einem attraktiven Wohngebiet entwickelt hat und auch von den für Amsterdam typischen Grachten durchzogen ist, zeigte seine modernen und doch für diese Stadt typischen Wohnhäuser. Auch hier waren wieder wie überall im Zentrum viele Leute mit dem Fahrrad unterwegs. Und oft wurden kleine Kinder von ihren Müttern oder Vätern mit Fahrrädern befördert, von denen man mit Fug und Recht sagen kann „typisch niederländisch“. Borneo, Steigereiland und IJburg waren Stationen dieser Route, und - welch Überraschung – es war auch ein kleiner Spaziergang an einem kleinen Sandstrand am Ij-Meer möglich. Bei all diesen Entdeckungen war es zweitrangig, dass zwischendrin immer mal wieder der Regenschirm aufgespannt werden musste.

 

Mittwoch: Der Besuch des Van Gogh Museums war an diesem Nachmittag zu der anvisierten Zeit leider nicht möglich. Die Türen waren für den Publikumsverkehr zu diesem Zeitpunkt verschlossen, da Ihre Königliche Hoheit im Museum verweilte. Kurzerhand wurde ( auf gut Glück) die Tram 2 zu einer Stadtbesichtigungstour erkoren. Endstation dieser Straßenbahn war in Nieuw Sloten. Der Spaziergang dort zeigte ein Stück Amsterdam mit eher dörflichem Charakter: Niedrige, kleine Häuser ohne Vorgarten, Dorfplatz mit kleiner Kirche, dann einige Straßenzüge weiter Häuser mit kleinen, z. T. winzig kleinen aber properen Vorgärten. Und allgegenwärtig die Entwässerungsgräben. Diese ländliche Idylle, auch das ist Amsterdam, man möchte es kaum glauben.

 

Donnerstag: Auf dieser Route, die westlich des Hauptbahnhofs über die Westerdokinseln führte, waren alte Speicherhäuser zu bestaunen. Der Flair des alten Hafens war hier noch gut spürbar, so wie es im Reiseführer auch zu lesen war. Weiter ging’s dann aufs Geratewohl. Und so durch die Straßen wandernd tauchte plötzlich Silodam auf, ein 2002 gebautes, großes, auffälliges Wohn- und Bürogebäude, das direkt am, eigentlich im Wasser auf Stelzen stehend, erbaut ist. Während der Rast auf der ausladenden, über das Wasser gebauten, öffentlich zugängigen Terrasse des Hauses zogen Schiffe nahe vorbei, und war so der Duft der großen weiten Welt zu spüren, während der frische Seewind das Haar zerzauste. Der weitere Weg führte dann u. a. durch eine neu erbaute „Studentenstadt“, errichtet aus Wohncontainern, denen man die Containerherkunft aber nicht ansah. Und schließlich konnten noch Zaanhof und die Wohnanlage Het Schip bestaunt werden, Het Schip ein wichtiger Bau der Amsterdamer Schule, gebaut für Bahnarbeiter Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, alles beeindruckende Architekturerlebnisse.

 

Freitag, Tag der Abreise

Zwischen Verlassen des Jugendhotels und der Abreise am Bahnhof blieben ca. zweieinhalb Stunden, die es zu überbrücken galt. Einige kauften noch ein paar Mitbringsel, andere stockten ihren Reiseproviant auf, wieder andere genossen die Sonnenstrahlen, die sich zum Abschied noch einmal zeigten, bei einem Kaffee auf einer Terrasse nahe dem Wasser, ein letzter Abschied von den Grachten, von denen es in Amsterdam so viele gibt.

Und wie schon bei der Anreise meisterten wir auch auf der Rückfahrt die Herausforderung der Bahn: Wir erstritten uns unsere reservierten Plätze, wir stiegen wieder in Köln und Gießen um, mit Gepäck, das bei einigen an Umfang zugelegt hatte, und wir erhamsterten unsere Sitzplätze in den gut besetzten Zügen ab Köln und Gießen (unsere Gruppe war im Zug von Gießen nach Friedberg fast über alle Wagons verteilt). Es blieb jedoch keiner auf der Strecke zurück und es ging keiner verloren, so dass wir alle (mit etwa 20minütiger Verspätung) den Friedberger Bahnhof erreichten, wo wir auch schon erwartet wurden.

 

Für manchen Geschmack war der Himmel Amsterdams während unseres Besuches zu grau und zeigten sich Regenwolken zu oft, und für manchen Geschmack entsprach das Nachtleben Amsterdams nicht ganz den Vorstellungen und den Erwartungen. Doch gab es unabhängig davon die vielfältigsten Erlebnisse, so dass es für die allermeisten aus unserer Gruppe (einschließlich Frau Witt) eine gute, eine gelungene Abschlussfahrt war. Für die anderen, die eher meinten „es ging so“, waren es die fehlende Sonne, die noch sommerliche Wärme und Strandmöglichkeiten, was sie so sehr vermissten, dass sie sich der Meinung der Mehrheit der Gruppe nicht anschließen konnten.

 

Zum Schluss noch einige Stimmen aus der Gruppe zur Frage nach den Erfahrungen in Amsterdam und mit den Leuten dort: „Alle waren freundlich und nett zu uns.“ „ alles sehr eng und nicht wie eine Großstadt, was es wiederum interessant und sehr außergewöhnlich macht…“. „… eine sehr moderne Stadt, gastfreundlich …“, „…sehr hilfsbereit und (uns Deutschen gegenüber) gar nicht voreingenommen…“

 

 

 

Anmerkungen zu einigen Fotos:

„Ankunft“: Blick von Empfangshalle in Restaurantbereich des Stayokays (mit Cocktailbar)

„Ausblick vom Nemo (von Dachterrasse)“ und

„Blick auf das Museumsschiff (von Dachterrasse des Nemos aus): am Donnerstag während des Nemobesuches

„Chinaschiff“: Dienstag, während der Grachtenfahrt aufgenommen

„Gracht mit Hausbooten“: auf unserem Weg mit der Tram vom Stayokay in die City

„Montag“: Im Zug bei der Anreise

„Gruppenbild“: letzter Tag, vor dem Stayokay, zum Abschied